Full text: Erwin Rohde

Zu S . 132 ft' . 
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hinwies ; statt dessen Buch I . II Cap . 1—9 vorgesetzt . ( B . II weist ganz unverkennbar auf B . IX und X , 2 Hälfte voraus ) . 
4 ) Einfügung eines ganz neuen Bestandteils , von ganz ändertem Standpunct aus : B . V 471 C—VII Schluss . Dabei dann thunlichste Verwischung der Grenzen der früheren zwei Gestaltungen , Einfügung von allerlei Voraus - und Zurückweisungen , um das Ganze möglichst als Eines erscheinen zu lassen ; Einlegung von IX 586 I ) — 588 A und von X Theil 1 . Was die Zeitverhältnisse betrifft , so scheint es mir unmöglich , auch mit der spätesten Ueberarbeitung unter die Anfänge der Regierung des Dionys II . herunterzugelin : denn wie soll man es sich möglich denken , dass Plato ( was stens den Au las s zur Einfügung von V 471 C—VII giebt ) eine Hoffnung auf Einführung und Möglichmachung seines Staates durch irgend einen unter xfiiv vOv èv Suvaatstatç f¡ ßocaiXstaij Sv - ctov utéaiv ( man sollte meinen , Dionys I . lebe noch ! ) aùxoïj ( VI 499 B . cf . 502 A . 540 DE ) hegen konnte nach seinem zweiten Aufenthalt in Syrakus , 367 / 6 ? Dazu ist IX 583 B ff . offenbar vor dem Philebus geschrieben . « 
H . Usen kr bemerkt dazu [ 11 VI 01 ] : „ Ich war , als ich diesen Brief von R . erhielt , höchst überrascht durch die fast vollständige Uebereinstimmung seiner Ansicht mit den Ergebnissen , zu denen ich gekommen war . Die feste Erwartung , dass er die Frage weiter verfolgen und dann etwas besseres und reiferes liefern werde , als ich , mehr und mehr durch andere Fragen bedrängt , von mir hoffen konnte , hat mich abgehalten , zu Zeiten , als das Eisen noch nicht ganz erkaltet war , zur Ausführung zu schreiten . Nun höre ich zu meinem Schmerz , dass in R . 's Papieren keine Entwürfe oder beiten erhalten sind . . . : deshalb würde ich es mit Freude begrüs - sen , wenn Sie diesen Brief als Beigabe Ihrer Lebensskizze lichen wollten . " In der That behalten diese Ausführungen auch nach der summarischen Darlegung in der 'Psyche' ( IP 265 ff . ) ihr Interesse . 
Ausserdem sind für Rohde's Verhältnis zu Plato und den tonischen Fragen manche Aeusserungen in den Briefen an Ritter sehr bezeichnend — die Eçhtheit und Frische des Ausdrucks muss hier für eine gewisse Formlosigkeit entschädigen . »Nun trachten Sie vor Allem dahin« — heisst es 25 L 87 — s dass Sie von dem strebenden und mit sich selbst ringenden und immer ( bei aller heit der Grundstimmung ) sich verwandelnden Plato etwas zu sehn bekommen und den ledernen grauen Systematiker , der er in X . 's seelenlosem Buche ist , gründlich verachten lernen . So ein öder , blutloser Kathedermannequin ist ° 3 - stoç ílXáxtov nie gewesen , vor Allem ist er nicht im Teiche eines Systems festgefroren , wie jener Wolf beim Fischfang . « Nach der Zusendung des Commentars zu den . öi schreibt er Ritter [ 11 X 96 ] : »Sie haben da ein sehr gründliches Stück Arbeit gethan , das man ganz erst würdigen kann , wenn man im Einzelnen an Ihrer Hand das Platonische Werk einmal wieder neu durchwandelt , wozu ich , offen gestanden , an sich wenig Trieb spüre : ich kann diese ganzen nicht leiden , die mir fast all den Eindruck feierlicher Oede , breitspuriger Nichtigkeit , ja einer bei Plato selbst eingetretenen anfangenden Verdummung machen ,
	        
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