Full text: Erwin Rohde

282 
Beilagen und Nachträge . 
Zu S . 161 f . 
Rolide als Lehrer zur Zeit seiner Heidelberger Anfänge net pietätvoll ein Brief von A . Mabx , aus dem hier einige Sätze herausgehoben werden mögen . » . . . Es blieb mir immer lehrreich , Partieen , die ich vorher bei andern , dann bei R . gehört hatte , zu vergleichen . Das Ergebnis war immer das : Rohde brachte in selben Zeit dasselbe , oft das Doppelte fertig , ebenso gründlich . . . . , aber freilich ohne das behagliche Sichgehenlassen , das auf deutschen Kathedern so häufig ist und Wichtiges und Unwichtiges mit gleicher Sorgfalt und Breite behandelt . Jedesmal aber war seine lung . . . die bessere , weil sie lebendiger , persönlicher , energischer war und ihren Gegenstand nie isolirt betrachtete , sondern immer Verbindungsfäden nach allen Seiten zu ziehen wusste . . . Ein eigenes Kapitel verdiente noch Rohde als Examinator . Er war der idealste Examinator , den ich je kennen gelernt . . . Er fragte gezeichnet präcis und bestimmt und führte den Kandidaten in kurzer Zeit durch weite Gebiete ; wer wirklich etwas wusste , brauchte nicht in Sorge zu sein , wenn er an einer Stelle versagt hatte , er hatte noch genug Gelegenheit , dies wett zu machen . . . Und so bleibt er in meiner Erinnerung weiterleben : ein hochsinniger vornehmer Mann . . . von scharf eindringendem und fein empfindendem Geiste , mit unbestechlichem Sinne für alles Echte in jeder Zeit und in jedem Volk . . . Dieser Sinn fürs Echte war es wohl auch , der ihn zu den Griechen geführt und immer wieder bei ihnen halten hat . « — Rohde als Lehrer in Tübingen schildert W . Schmid , s . oben S . 141 . 271 . Das ist das Urtheil aller Hörer , dass Rohde seine Vorlesungen — vor Allem die über die sprödesten Stoffe , wie über Rhetorik und Metrik — mit einem besondern didaktischen Takt zu gestalten verstand . Leider hat Rohde Publicationen aus seinen Collegienheften ausdrücklich untersagt . 
Zu S . 162 . 165 . 
Durch frühere Erfahrungen ( S . 139 ) bestimmt , hat Rohde jetzt auch im Gespräch das 'Buchgeheimnis' streng bewahrt . Nur die Nachricht , dass Rohde ein Buch unter der Feder habe , brachte H . Vöchting 1888 nach Tübingen mit ; von seinem Stoffe hatte Rohde nicht sprechen wollen . „ Nicht lange vor dem Erscheinen des ersten Theils zeigte Rohde mir einmal einen Bogen aus der Ferne , sprach von der Schwierigkeit der Titelgebung und entschuldigte sich radezu , dass es ihm unmöglich sei , mir vorher Näheres mitzutheilen . Für den Haupttitel 'Psyche' entschied er sich erst nach der dung , daher ja auch in der ersten Auflage der untere Bogentitel 'Seelenkult' und nicht 'Psyche' ist " ( F . Schöll ) . 
Zu S . 169 . 181 . 
Wie Rohde die Grundprobleme der Psyche immer wieder nach allen Seiten wandte und von allen Seiten beleuchtete , zeigen reiche Briefe . Zu den oben mitgetheilten Auszügen möge hier noch
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.