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Beilagen und Nachträge .
Zu S . 161 f .
Rolide als Lehrer zur Zeit seiner Heidelberger Anfänge net pietätvoll ein Brief von A . Mabx , aus dem hier einige Sätze herausgehoben werden mögen . » . . . Es blieb mir immer lehrreich , Partieen , die ich vorher bei andern , dann bei R . gehört hatte , zu vergleichen . Das Ergebnis war immer das : Rohde brachte in selben Zeit dasselbe , oft das Doppelte fertig , ebenso gründlich . . . . , aber freilich ohne das behagliche Sichgehenlassen , das auf deutschen Kathedern so häufig ist und Wichtiges und Unwichtiges mit gleicher Sorgfalt und Breite behandelt . Jedesmal aber war seine lung . . . die bessere , weil sie lebendiger , persönlicher , energischer war und ihren Gegenstand nie isolirt betrachtete , sondern immer Verbindungsfäden nach allen Seiten zu ziehen wusste . . . Ein eigenes Kapitel verdiente noch Rohde als Examinator . Er war der idealste Examinator , den ich je kennen gelernt . . . Er fragte gezeichnet präcis und bestimmt und führte den Kandidaten in kurzer Zeit durch weite Gebiete ; wer wirklich etwas wusste , brauchte nicht in Sorge zu sein , wenn er an einer Stelle versagt hatte , er hatte noch genug Gelegenheit , dies wett zu machen . . . Und so bleibt er in meiner Erinnerung weiterleben : ein hochsinniger vornehmer Mann . . . von scharf eindringendem und fein empfindendem Geiste , mit unbestechlichem Sinne für alles Echte in jeder Zeit und in jedem Volk . . . Dieser Sinn fürs Echte war es wohl auch , der ihn zu den Griechen geführt und immer wieder bei ihnen halten hat . « — Rohde als Lehrer in Tübingen schildert W . Schmid , s . oben S . 141 . 271 . Das ist das Urtheil aller Hörer , dass Rohde seine Vorlesungen — vor Allem die über die sprödesten Stoffe , wie über Rhetorik und Metrik — mit einem besondern didaktischen Takt zu gestalten verstand . Leider hat Rohde Publicationen aus seinen Collegienheften ausdrücklich untersagt .
Zu S . 162 . 165 .
Durch frühere Erfahrungen ( S . 139 ) bestimmt , hat Rohde jetzt auch im Gespräch das 'Buchgeheimnis' streng bewahrt . Nur die Nachricht , dass Rohde ein Buch unter der Feder habe , brachte H . Vöchting 1888 nach Tübingen mit ; von seinem Stoffe hatte Rohde nicht sprechen wollen . „ Nicht lange vor dem Erscheinen des ersten Theils zeigte Rohde mir einmal einen Bogen aus der Ferne , sprach von der Schwierigkeit der Titelgebung und entschuldigte sich radezu , dass es ihm unmöglich sei , mir vorher Näheres mitzutheilen . Für den Haupttitel 'Psyche' entschied er sich erst nach der dung , daher ja auch in der ersten Auflage der untere Bogentitel 'Seelenkult' und nicht 'Psyche' ist " ( F . Schöll ) .
Zu S . 169 . 181 .
Wie Rohde die Grundprobleme der Psyche immer wieder nach allen Seiten wandte und von allen Seiten beleuchtete , zeigen reiche Briefe . Zu den oben mitgetheilten Auszügen möge hier noch