Full text: Erwin Rohde

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K . Weinhold . Arbeiten . Leetüre . 
Ausserdem hat Rohde nur hei dem Germanisten K . hold Vorlesungen über deutsche Literaturgeschichte gehört . Er wollte sich die Möglichkeit des a / oÀscÇetv xaXwç erhalten . Nun bot ihm Kiel »kein Theater , so gut wie keine Musik« ; unter den Philologen fand er »nicht Einen , der ihn im sten anzöge«1 : damit sah er sich dann ganz und gar auf sich selbst angewiesen und führte monatelang ein wahres leben . So wurden in verhältnismässig kurzer Zeit die forschungen zu Pollux abgeschlossen , unter des Freundes Theil - nahme , »meliorisirt« und in die endgiltige Form gebracht [ N . 15 Vili 68 ] , und zugleich gewann ein alter Leipziger danke , die Klarlegung des Verhältnisses zwischen Lucian's Lukios und Apulejus , eine einleuchtende , zur Ausführung eignete Gestalt . Daneben kündigen sich an allen Ecken und Enden die Ansätze und Keime zu neuen Arbeiten an ; so hält ein Brief an den Freund [ 20 Xll 68 ] Bemerkungen über den Stammbaum Homers und Hesiod's die sich erst in den Studien zur Chronologie der Litteraturgeschichte ( kl . Sehr . I . 1 ff . ) recht entfaltet haben . Versagte der Reiz und die Kraft zu solcher Arbeit , spann sich R . ein in seine »Phantasien - und Gedankenträumet2 , im stillen Verkehr mit seinem »Dämon« und mit einer aus allen Windrichtungen citirten Gesellschaft von schwarzen und weissen litterarischen Geistern ; den besten Theil seiner staun ens werthen , schon in der Lucianstudie baren Belesenheit hat er sich damals angeeignet . Da erscheint Leopardi , Byron , Kleist oder Ariosto neben den Veden und dem Pantschatantra ; neben einem zweifelhaften Pariser Roman von Hans Hopfen , der ihm bei seinen Reiseplänen als Pariser Milieuschilderung willkommen ist [ N . 28 IV 68 ] , liegen die Briefe von Lenz und ein Buch , das ihn tiefer ergreift , . Jung 
1 »Ich war , durch nicht grade beglückende Naturanlage , immer pau - corum hominum ; hier werde ich fast nullius hominis« [ N . 29 II 68 ] . Verkehrt hat er gelegentlich mit seinem Landsmann Richard , dessen er auch in den Briefen an Ribbeck wiederholt gedenkt , ausserdem mit dem 'Holsaten' G . Andreses , einem alten Bekannten ( »er ist ein licher Philologe , aber , scheint mir , . . . von jener philosophischen wunderung . . . ganz frei ; ein vollständiges Complement zu Romundt« : N . 11 V 68 . ) 
2 Die Cogitata ( s . oben S . 14 ' ) werden sichtlich reicher und reifer in der Kieler Kinsamkeit .
	        
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