Full text: Erwin Rohde

26 F . a . Lange . Methaphysik als Dichtung . R . Wagner . 
in der Hand des Alten da oben finden . . . Da ist denn lich die Möglichkeit jeder auf die Einheit des Alls basirteli Empfindung unerklärlich . . « [ N . 24 XI 68 ] . Rohde - ahnte nicht , class dies der Rocken war , von dein dereinst gerade Nietzsche seine gleissenden Gedankenfäden spinnen würde . — Tiefer war der Eindruck , den er aus einem wiederholten dium von Langes Geschichte des Materialismus mitnahm . »Ganz gewiss hat er Recht , mit Kants Entdeckung von der Subjectivität der Anschauungsformen so bitter Ernst zu machen , und wenn er Recht hat , ist es dann nicht ganz in der Ordnung , dass ein Jeder sich eine Weltanschauung wähle , die ihm , d . h . seinem ethischen Bedürfnis , als seinem eigentlichen Wesen , genüge ? . . . So ist mir auch durch die wachsende Ueber - zeugung von der subjectiven P Ii an tasti k aller Speculation die Schopenhauer'sche Lehre durchaus nicht im Werth e gesunken . . . « [ N . 4 XI 68 ] . Leise kündigt sich hier doch schon die Lockerung des auf den Freunden den Bannes an ; der befreiende Gedanke , dass Schopenhauer's Metaphysik im Grunde nur eine Dichtung sei und in dieselbe Sphäre gehöre , wie die »Träume der Romantik« oder Fechners , taucht noch wiederholt auf in diesem philologisch - philosophischen Briefrondo ( s . Cog . 23 . 25 ) . Da fällt just in dieser kritischen Zeit schwer in die AVagschaale Schopenhauers die schaft mit R . Wagner dem Schriftsteller : »Wahrlich , schon der Gedanke einer , gleichsam die ganze Welt , Willen und tellekt , in reinerem Bilde darstellenden Kunst , ist eine ganz grossartige Conception , und dazu doch kein reines bares Hirngespinst« [ N . 3 XII 68 ] . So bleibt die Tönung des Denkens und Darstellens im Ganzen auch bei Rohde noch lange die alte . Aber im Einzelnen frappili manche entschieden selbständige Beobachtung ; zumal auf den einsamen rungen durch die stille Landschaft , deren Bild traulich in seine Bekenntnisse hineinblickt , gingen Rohde's Gedanken ihre eignen Wege und liessen sich wohl auch einmal auf jene tischen Gebiete hinüberlocken , die seinem Freunde später zur Heimath wurden . In einem Briefe an Nietzsche stellt R . blütig die Frage , worin denn eigentlich der Grund liege , dass einen Menschen zu erschlagen eine ganz unbezweifelbare Sünde
	        
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