Full text: Erwin Rohde

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III . 
Erstlingsschriften . Die Reise in Italien und ihr Ertrag . 
( 1869 . 1870 . ) 
Das erste ausgereifte Erträgnis der Lehrzeit war die schon in Leipzig entworfene , in den ersten Kieler Semestern vollendete Untersuchung 'über Lucians Lukios und sein Verhältnis zu Lucius von Patrae und den Metamorphosen des Apulejus . ' Ritschl hatte sie für das Rheinische Museum nicht ohne Weiteres angenommen , sondern mit Rücksicht auf eine zeitig erschienene Doctorschrift eine Revision verlangt ; Rohde fand die Forderung unbillig , zog das Manuscript zurück und gab es , nachdem er durch Nietzsches Vermittlung einen Verleger gefunden hatte , 1868 noch als Student in den Druck . Das ganze Vorgehn ist für seine stolze und tapfre , aber auch leidenschaftliche und leicht verletzbare Art bezeichnend x . 
1 Die Arbeit war für Rohde von vornherein ein wahres kind . Er hatte sie schon Frühjahr 1868 ziemlich in's Reine gebracht , da sich die 'Societätsmitglieder' mit dem Plane trugen , ihrem Lehrer eine tura Ritscheliana oder symbola Lipsiensis zu stiften . Schliesslich blieb nur eine tetras Lipsiensis von den 'Symbolisten' über »woraus die Welt eben nur schliessen würde , dass Vater Ritschis philologische Lendenkraft loschen sei« [ N . 11 Y 68 ] , So zerschlug sich »der ganze schöne Plan« . Nietzsche , auch bei diesen Dingen der Mittelpunkt des Kreises , meldete die Arbeit , die er im Manuscript durchgesehen hatte , nunmehr mit Rohde's Zustimmung bei der Redaktion des Rheinischen Museums an . R sandte die Arbeit ein , in ziemlich resignirter Stimmung , »da offenbar noch eine Anzahl edler Zuchthengste und Schulpferde . . . vorher geführt zu werden verlangen : vielleicht wird sich auch der neu gierte Clown Lucian mit seinem bekannten bissigen Mops produciren« IN . 17 VI 68 ] . Er dachte sehr bescheiden von seiner Arbeit : »Ich bin , was selbst in solchen wenig persönlichen Dingen doch von lichem Einfluss ist , an 'Glückseligkeit des Herzens' um mit Lenz zu leden , die Zeit her recht arm gewesen ; ich kam mir recht sandig vor ,
	        
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