Full text: Erwin Rohde

Quellenuntersuchungen zu Pollux . 
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Wahrscheinlichkeit zutreffend abgeschätzt . Audi eine kleine Schwäche in der Anlage der Arbeit , eine »verkehrte nähme des eigentlichen Geheimnisses« durch einige Urtheile und Andeutungen , empfand er und gab er dem , die rungen der Schriftstellertechnik Ritschl's vertretenden Freunde zu , ohne sich deswegen zu einem Umbau des Ganzen zu ver - stehn . Bemerkenswerth ist es , dass Rohde schon in dieser Erstlingsarbeit über den Horizont der klassischen Literaturen vielfach hinausblickt ; grundsätzlich hat er seinen Standpunkt hier schon ebenso hoch genommen , wie im 'Roman' oder in dem Vortrag über die Novelle . 
Das rechte philologische Gesellenstück Rohdes sind die gleichfalls bei Engelmann 1869 erschienenen chungen zu den theatergeschichtlichen Abschnitten eines tiken Reallexikons ( de Julii Pollucis in apparatu scaenico rando fontibus ) , von denen schon ( oben S . 23 ) die Rede wesen ist . Die Formulirung der Frage ( die Rohde später zu eng abgegrenzt erschien ) rührt von Ribbeck her ; bei der endgiltigen Gestaltung des Schriftchens gab Nietzsche einige gern benutzte Rathschläge . Für Rohde hatte die Arbeit sonders die Bedeutung , dass er sich bewusst wurde , »zu dieser Art von Quellenuntersuchungen Trieb und Geschick zu haben« . In der That haben sich die Hauptergebnisse — vor allem die nur angedeutete Ansicht von der centralen Stellung des grossen Philologen Aristophanes von Byzanz — gegenüber den neueren Funden im Ganzen als stichhaltig erwiesen . Was aber die Arbeit über das Durchschnittsmass solcher specimina eruditionis entschieden hinaushebt , das ist der freie Blick , mit dem der kaum Vierundzwanzigjälirige auch die weiter genden sachlichen Fragen in's Auge fasst ; erst die binger Scenica haben den Bau nach dieser Seite hin ergänzend weitergeführt . Der Anhang über die Quellen der medicinisch - anthropologischen Abschnitte verräth eine nicht gewöhnliche Vertrautheit mit der medicinischen Litteratur ; das Material 
lieh ist das ganze Verfahren bei Lucian unendlich glaublicher . Das sage ich aber auch gleich darauf . Bei völliger Umkalfaterung würde ich all dies mildern« [ N . 11 Y 68 . ]
	        
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