Full text: Erwin Rohde

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Promotion . Fr . Rühl . 
war auch hier reich und solide genug , um später von anderer Hand ( von E . Zarncke ) weiter gesponnen zu werden \ 
Auf Grund dieser Arbeit wurde Rohde am 9 . März 1869 mit Auszeichnung promovirt ; gleichzeitig erwarb er nach maligem Kieler Brauche durch eine Probevorlesung ein Anrecht auf die venia legendi2 . Der »collegialen« Art , in der ihm seine Lehrer entgegengetreten seien , gedenkt er dankbar in seinen Briefen ; trotzdem fühlt er sich ihnen gegenüber bei aller »Freundschaftlichkeit« des Verkehrs im Tiefsten »fern und fremd : " / xa¡j . x èaxvjpixta : «3 . Praktische Dinge konnte man aber auch über diese Kluft weg ganz behaglich deln . Die Reisedispositionen und der Operationsplan für die Bibliotheksarbeiten wurden nochmals mit Ribbeck sprochen . Auch Gutschmid ( bei dem Rohde damals Fr . Rühl kennen lernte ) gab zweckmässige Directiven ; so veranlasste er den jungen Entdeckungsreisenden , eine florentinische Jose - phushandschrift in sein Arbeitsprogramm aufzunehmen4 . dem er so »acht Tage auf seine Promotion verschwendet hatte« , 
1 Der Druck wurde 1869 in Italien zu Ende geführt ; die Addenda sind datirt von Florenz 17 IX 69 . 
2 Rohde wollte sich erst gleichzeitig auch dem Staatsexamen ziehen , »als welchen Lindwurm der Holste meistens zugleich mit seinem jiingern und weniger giftigen Bruder , dem Doctorexamen , zu erlegen pflegt« [ N . 28 IV 68 ] . Er hatte ernsthafte Zweifel , ob er überhaupt zum Akademiker berufen sei [ N . 28 IY 68 ] , Erst auf Nietzsche's Zureden wandten sich seine Gedanken allmählich mit voller Bestimmtheit zur Universität , und nun entschloss er sich , »jene widerliche peinliche fragung abzuwerfen« . »Da ich . . . eine Schulstellung höchstens als 'Kohlenstation' betrachtete , so wäre eine scheussliche Halbheit gekommen« [ N . 17 I 69 ] . — Nach dem Diplom wurde unter dem Decanat des Germanisten Th . Möbius , in . . Ervinum Rohde . . . exhibita disser - tatione . . . specimine eruditionis et acuininis egregio examine legitimo praelectione publica disputatione inaugurali magna cum laude perfunc - tum . . die IX . mensis Martii anni MDCCGLX1X die Doctorwürde tragen . 
3 Das charakteristische Citat wird in den noch ganz Schopenhauerisch gestimmten Briefen und Aufzeichnungen aus diesen Jahren wiederholt gebraucht ; es ist ( mit späterer Hand ) auch auf das Abgangszeugnis vom Johanneum eingetragen . 
4 Dieser Laurentianus erwies sich als Archetypus der erhaltnen chischen Handschriften . Gutschmid entwarf 1868 / 69 seine Vorlesungen über Josephus , vgl . Fr . Rühl zu Gutschmid's Kleinen Schriften IV S . 836 . II S . 89 .
	        
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