Full text: Erwin Rohde

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IV . 
Habilitation in Kiel . Studien über Pythagoras und den griechischen Roman . Die Streitschrift für Nietzsche . 
( 1870—1873 . ) 
Schon von Italien aus hatte Rohde darum nachgesucht , als Privatdocent zugelassen zu werden , ehe die vorgeschriebene Frist ( nach der Promotion ) abgelaufen sei [ M . 21 II 70 ] ; mit Hinweis auf diesen Plan hatte er das Anerbieten , ein weiteres Jahr in Italien zu bleiben , ausgeschlagen . Allerlei Bedenken , die ihm in einsamen Stunden kamen , wogen nicht allzuschwer . »Das übelste ist« meint er in einem Brief an Nietzsche [ N . 24 III 70 ] , »dass meine lateinischen Studien , die mir doch immer noch am paratesten liegen« — ein Zeugnis für die ciplina Ritscheliana — »in Kiel nicht zur Verwendung kommen können , und meine griechischen , die mir allerdings innerlich lieber sind , auf Gebieten sich bewegen , die keine themen bieten . . . Ich habe Dich immer um die Ganzheit deiner Studien beneidet , wozu mir die Ruhe fehlt , während ich sonst . . . nicht einsehe , warum ich mein Haupt nicht so gut erheben soll , wie die Mehrzahl meiner theuern nossen . « Die Angelegenheit wurde noch im Sommersemester 1870 erledigt . Doch versagen die uns vorliegenden Briefe und Schriftstücke in diesen Monaten vollständig . 
Rohde's Lelirthätigkeit setzt mitten im grossen Kriege ein . Zwar hatte er in den ersten kritischen Wochen lich erwogen , ob er als Freiwilliger in die Armee treten solle . Aber als alter Hamburger war er ohne alle militärische bildung geblieben ; er glaubte vorauszusehn , dass der Krieg entschieden sein werde , ehe er vor den Feind geschickt den könne , und gab den Gedanken nach den schnellen Er -
	        
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