Full text: Erwin Rohde

Streitschrift für Nietzsche's 'Geburt der Tragödie' . 57 
intelletto bedeutet . Mit Unrecht . Wie tief ergriffen Hol ule von gewissen , dem Freundespaar zum guten Teil längst samen Anschauungen1 war und blieb , beweisen , eindringlicher noch als seine Briefe2 , gerade seine reifsten Arbeiten ; was Nietzsche , aphoristisch und beengt durch Schopenhauerische Formeln , vortrug über die homerische AVeit in ihrem nis zu einer finstern Vorzeit , über die Bedeutung des Orgias - mus , über den Kampf und die Versöhnung des Dionysischen und Apollinischen — das wirkt noch in Bolide's letzten Gaben fühlbar nach . Ueber das Fhänomen des Tragischen äussert B . sich brieflich einlässlicher , als in seiner Anzeige oder in der Streitschrift . »Vorzüglich bewegt hat mich , was Du über den in's Endlose starrenden Hintergrund des Mythus sagt hast ; das mag es wohl sein , was diesen griechischen schen Poemen jenes ganz und gar . . . Unvergleichbare giebt : ein Bild der Welt , wo sich ein furchtbar Gewaltiges aus tester Umfassung zu einigen kleinen Individualfiguren des dergrundes zusammenfasst : nur diesen Vordergrund sehen wir , und ahnen doch , dass hier nur Oberfläche ist . . . Das habene , Erhebende der tragischen Wirkung liegt vielleicht in dem Schauspiel eines Menschen , der über die Enge des zelwesens heroisch hinausdrängt zu einem weiteren Wirken . . . Treibt ihn ein Uebermass persönlichen Grössegefühls , so wird er ein activer tragischer Held sein ; es giebt auch Beispiele , 
1 Vgl . z . B . Cog . 11 f . 22 XI 70 über Sokrates und die Tragödie . 
2 Bedeutsam ist vor Allem eine ganz beiläufige Aeusserung über einen der Vorläufer des Buches , die 'Sokratesrede' : »das wäre ja ein satz zu einer wirklich philosophischen Vertiefung in diese wunderbaren Vorgänge der Geburt der geheimnissvollsten Kunst . . . Ribbeck hat die Schrift mit vielem Interesse gelesen und lässt Dir seinen schönsten Dank sagen« [ N . 17 VII 71 ] . Und mit Bezug auf die »Tragödienschrift« selbst : »Ribbeck lobte die Schrift sehr : nur wünschte er Beweise , nur Ein Zeugnis dafür , dass denn also in der That aus dem zauberhaften Traum des dionysisch verzückten Chors die fremdartigen Bilder auf der " " ' - V'i zurückgespiegelt seien . Da liegts ja ! Uebrigens welch seltsame Vorstellung : als ob die schwere Kunst , des Unbewussten sich bis zur prosaisch - logischen Fixirung bewusst zu werden , überhaupt vor der schen Philosophie dieses Jahrhunderts irgendwo in der Welt existirt hätte ! . . . Nur reisst beim Darlegen . . . freilich die Kette des logischen Exponirens : wer nicht gleich empfindet und sieht , dem predigt man da vergebens« [ N . 1 VIII 71 ] , Dasselbe Thema N . 29 I 72 , vgl . auch 22 IV 71 , oben S . 47 f .
	        
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