Full text: Erwin Rohde

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Ansichten über bildende Kunst . Religiöse Interessen . 
gelegentlich bekennt er , sich in München »an den altkölnischen und altflandrischen Bildern« erholt zu haben und beschäftigt sich mit Sulpice Boisserée , seinen Kunstanschauungen und Briefen . Verwandten Geistes sind z . B . die 1873 schriebenen Bemerkungen über die Kunst der grossen maler ( freilich mit einem Schopenhauerischen 'soll' ) Cog . - 27 , oder die etwas spätem Betrachtungen über die 'Nachahmung der Natur' in der Kunst und die kunstwidrige Betonung des Inhaltlichen bei Gabriel Max Cog . 59 f . 
Den philosophisch - ästhetischen Interessen halten die giösen ( im weitesten Sinne ) nahezu die Wage¿ Rohde näherte sich jenem letzten Standpunkt geistiger Befreiung , »wo die Religion neue Kraft und neuen Mutk gewinnt« [ Cog . 57 ] . Die räthselhaften Phänomene der religiösen Erweckung im alten und neuen Mysticismus , bis herunter zu den Excessen des Shakerthums [ Cog . 31 ] , beschäftigten ihn wieder und wieder ; man sieht , wie tief die Fundamente für die Darstellung der Ekstase und des Orgiasmus in der 'Psyche' hinabreichen . Auch mit theologischen Schriften , die prinzipielle Fragen zur Sprache brachten , suchte er sich ernsthaft auseinander zu setzen . Auf's tiefste ergriff ihn Lagarde mit seinem tigen , ja austeren Apostelton und Ernste« ; es waren jene theologisch - politischen Aufsätze , die ( wie der Briefwechsel zeigt ) auch bei dem Verfasser der Unzeitgemässen Betrachtungen einen starken Widerhall fanden ( z . B . Theologie , Kirche und Religion , 1872 / 3 , jetzt Deutsche Schriften S . 47 ff . ) . lich was er [ Lagarde ] von einer mehr als 'historischen' logie , als einer Anleiterin zur Religion sagt , ist vortrefflich . Als Voraussetzung muss man ihm freilich immer zugeben , dass auf dem Grunde des trüben Schlammes 'christlicher' tion eine ächte lautere , ganz eigentliche ( vor Allem , nicht rein moralische , sondern metaphysische ) Offenbarung ruhe : sonst hat die neue 'Theologie' , in ihrer historischen Art , gar keinen Sinn . — Frappirt hat mich seine Meinung über das Johannesevangelium : . . . der gänzliche Mangel an 
jähren die Rede ( wo R . eine Reproduction für N . besorgte ) , wie N . denn den Ritter als schriftstellerisches Symbol in seinem Erstlingswerk ( Die Geburt der Trag . '20 , Werke I 143 ) sehr glücklich verwendet hat .
	        
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