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ehemaligen schlesischen Bergbaues hinaus erhalten haben und gab dann der schöpferischen Einbildung des Volkes , dem die eigentliche Bedeutung seinem Bewusstsein schwunden war , in seinem sinnvollen Klang Anlass zu naheliegenden Deuteversuchen . Aus der Verbindung mit dem Glauben an vergrabene Schätze , der fast immer als letzter Niederschlag von der Kunde alter Bergbaue bleibt , erwuchs dann sehr natürlich die Erzählung von den Schätze hütenden drei Altvätern . Ob die Zahl auf schichtliche Thatsachen zurückzuführen ist oder nur ihrer mystischen Bedeutung wegen Aufnahme gefunden hat , muss dahingestellt bleiben .
Mit dem Sagenkreise , mit dem wir uns hier schäftigen , steht die folgende Sage von der sogenannten Abendburg am Hochstein nur in loserem Zusammenhang . „ Es soll , lieisst es , ein verwünschtes Schloss sein . Zu bestimmten Zeiten im Jahr steht es offen , besonders sagt man , zu Johannis oder am heiligen Weihnachtsabend ( also zur Zeit der heidnischen Sommer - und Wintersonnenwende ) . Darinnen sitzen , wie einer sagte , Männer in tiefen Schlaf versunken um einen Tisch . " 1 ) „ Allgemeiner verbreitet ist aber die Sage , wie es einer Frau ergangen , die dort einmal eine Kuh gehütet . Es war gerade Johannis und die Thür stand offen ; da sali sie , wie das Gold ordentlich in Zapfen wie an den Tannen herabhing , und ein Kind , welches an einem Tische sass und einen Apfel in der Hand hielt , winkte ihr hineinzukommen ; aber es war doch zu gruselig , dass sie machte , dass sie fortkam . Andere sagen , mit dem Kinde das wäre anders gewesen . Die Frau wäre , als sie die Thür offen gefunden , gegangen ; da hätten Mulden von Gold gestanden . Wie sie davon hinausgeschleppt , vergisst sie ihr Kind , das sie
Bürgerrecht erwarb und sich daher behauptete , auch als die Bergleute längst wieder verzogen , ihre Baue verfallen waren .
i ) W . Schwartz , Kulturhistorische Studien im Isergebirge . Ausland 1877 . Vgl . Wanderer i . R . 1881 N . 2 und 3 .