Full text: Beiträge zur Volkskunde

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und erzählt , dass in den Zeiten der sogenannten religiösen Restitution , von 1654—1709 , namentlich unter Kaiser Ferdinand III . die sogenannten „ Buschprediger " an dieser einsamen Waldstätte die Gläubigen aus der Umgegend um sich schaarten , um ihnen das reine Gotteswort zu künden und zugleich die Segnungen der evangelischen Kirche Kindern und Erwachsenen zu spenden . x ) Die Thatsache selbst ist richtig . 2 ) Ja der Name : harte begegnet uns zum ersten Male in einem gegen die Buschprediger gerichteten Patent vom Jahre 1698 : 8 ) „ Ich , Christoph Menzel , des H . R . R . Reichs Graf von Nostitz und Rheineck , vernehme mit Unwillen , dass sich die höchst verdächtigen Buschprediger . . . zwischen Reibnitz , dorf und Gotschdorf auf der Kummerharte . . . und vielen andern Orten mehr aufhalten . Verbiete bey hoher Leib - und Lebensstraffe allen und jeden , diese gefährliche Menschen standhaft zu verfolgen , verjagen , kündige mili - tairische Execution an etc . Actum am Königl . Burglehn zu Jauer , d . 20 . Oct . 1698 . C . W . G . v . Nostitz , Joli . Madeck V . Creutzenstein . " Allein gerade diese erste urkundliche Erwähnung des Namens spricht gegen die den spätem Geschlechtern allerdings nahe liegende Annahme eines schichtlichen Zusammenhangs mit dem benachbarten stein . Denn nach dem Wortlaute des Patentes muss der Name der Kummerharte ebenso wie der der andern ge - 
' ) Vgl . Wuttke , Friedrichs des Grossen Besitzergreifung von Schlesien I . Bd . S . 277 und „ Etwas für die evangelische Kirclifahrt zu Boberröhrsdorf bei dein ersten fünfzigjährigen Kirchenjubelfeste 1792 . Hirschberg S . 45 : „ Die Prediger waren aus Sachsen ( eigentlich Lausitz ) und kamen nach der erhaltenen und fortgepflanzten Sage etwa in zwei oder drei Monaten einmal . Eine Sammlung in einem umgehenden Hute war ihr Lohn . " 
' ) Vgl . E . Lang , Jubelbüchlein für die evangelische Gemeinde zu Voigtsdorf 1892 S . 13 . 
3 ) Abgedruckt in dem Boberrührsdorfer Jubelbüchlein von 1792 S . 39 fl' .
	        
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