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nannten Orte schon vorher bestanden haben , kann also wenigstens nicht von dem Auftreten der damaligen Buschprediger hergeleitet werden . Ob in frühem Jahren ( zwischen 1654 und 1698 ) an derselben Stelle ähnliche gottesdienstliche Versammlungen stattgefunden haben , die zu einer solchen Ortsbezeichnung Veranlassung gegeben haben könnten , wissen wir nicht . Der Verfasser des Patentes jedenfalls kann von einem solchen Zusammenhang nicht wohl eine Ahnung gehabt haben , sonst würde er , dem von seinem streng katholischen Standpunkt aus die evangelische Bezeichnung als „ Kummerharte " wenig sympathisch sein musste , dieser Empfindung wohl durch einen Zusatz ( etwa in der „ sogenannten " K . ) 1 ) Ausdruck gegeben haben . Es scheint aber , als wenn er den in den Cameralakten gebräuchlichen oder den damals allgemein landesüblichen Namen gebraucht habe . Will man also trotzdem den schichtlichen Zusammenhang mit dem Pfarrstein festhalten , so miisste man annehmen , dass der Name aus der Zeit des frühesten Auftretens der Buschprediger ( bald nach 1654 ) herrühre und sich bis zum Ende des Jahrhunderts allgemeine Geltung verschafft habe , auch bei der gläubigen Bevölkerung , Dazu erscheint uns aber der raum von einigen 40 Jahren allzu kurz . Somit bleibt für eine andere Erklärung die Bahn frei . Nach Veiths deutschem Wörterbuch s . v . ist „ Kummer " ein licher Ausdruck gleichbedeutend mit „ Alter Mann " d . h . ein verlassener Bergbau . Erinnern wir uns , dass nach Schwenckfeld2 ) im Aufang des Jahrhunderts , von dem hier
J ) Wie dies in der That in einem ganz analogen Falle in der Erläuterung zu der alten Karte der Harrach'scheu Herrschaft Starken - bach v . J . 1762 geschehen ist : „ Der sogenannte Lutherische stein . 8 Vgl . J . Partsch , Eine Aufgabe der Kartographie im gebirge . Wanderer i . ß . 1887 S . 107 .
2 ) Selbst am Hausberg wurde geschürft . Steinbeck a . 0 . S . 179 . Auf
gleichen Ursprung habe ich auch den Namen des zwischen Kummerharte
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