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so erklärt sich auch die Bedeutung „ Niederung , Tal " , vgl . ndd . delle ( Depedelle Urk , No . 965 , Anm . 5 , vom Jahre 1476 ) , hochd . tal u . s . w . , vgl . telle DWb II , 699 . Anknüpfung an ags . dile ahd . tilli nhd . dill „ anethum " = „ zu dem Dill " wäre formell möglich , ist aber aus sachlichen Gründen unwahrscheinlich .
166 . hôijënë ( höwene ) ' ) „ ( Stätteznr ) Beherbergung1' ? Vielleicht Abstraktum zu afrs . hovia „ beherbergen " mnd . hoven . — hôwëne kann auch als „ zu dem Hafen " erklärt werden vgl . wang . höewn mnd . haven ( e ) . Dagegen aber spricht , dass in Ramsloh dieses Wort unbekannt , in Strücklingen die Form „ hâu . ëiîë " üblich ist ( vgl . mnd . havinge ) ; sie scheint aus dem ndd . lehnt zu sein . — Somit ist die erste Erklärung die wahrscheinlichere .
167 . schipbik , unsicher , schip - pile ist ( ostfrs . - plattd . ) der schmale Teil des Schiffes am Hinter - oder steven ; mau vergleicht es mit französ . pique . Ob es hieraus entstellt ist , etwa in Anknüpfung an ein stl . * bïk ( das sich zu bek „ Schnabel " verhält wie etwa stl . tïkë zu mhd . zëcke „ Holzbock " ) , und somit „ Schiffsschnabel " bedeutete ? Hierfür könnte die bei Strackerjan , Abergl . II , 231 vorkommende Form Suppih ( mit p ) sprechen . Das Grundstück mag etwa nach Schiffstrümmern , die dort lagerten , benannt sein .
168 . wërbelt vgl . No . 95 .
169 . fosnésë „ Fosse's Nesse' " , Fossa , Fosse ist ein in den Urkk . häufiger Personenname ( an hochd . Fuchs = stl . fòks ist nicht zu denken ) ; zu ne se s . o . No . 41 .
170 . wëdënë „ Rodung " ( oder „ Weide " ? aus * waidbii - \
' ) Möglich ist , dass dieses Wort auch für „ Begräbnis " gebraucht ward und in der Ladungsformel med 'n döde töü hôwëne ( Zeitschr . d . V . f . Volkskde . 1893 S . 269 ) enthalten ist . Auch könnte für diesen Fall an ein Abstraktum Von afrs . havnia mnd . hävenen „ besorgen " dacht werden — eine Bedeutung , die aber für einen Flurnamen nicht passt .