Full text: Beiträge zur Volkskunde

202 
baren Ringe heimgekehrt sei ; aber das Mädchen schläft . und hört ihn nicht ; bei seinem vergeblichen Rütteln an der eisernen Tür bricht dem Raksha einer seiner äusserst giftigen Fingernägel ab ; den lässt er im Türritz stecken und geht davon . Als aber Surya am nächsten Morgen die Tür öffnen will , bohrt sich jene spitze Klaue in ihre Hand und sie fällt wie tot nieder . So finden sie die heimkehrenden Adler , stecken ihr klagend den gebrachten Ring an den Finger und fliegen betrübt von . Bald darauf entdeckt ein König auf der Jagd das merkwürdige Haus im Baume . Surya wird heruntergeholt , und als der König ihr die Klaue aus der Hand gezogen hat , erwacht sie wieder . Er nimmt sie als Gattin mit sich und erregt dadurch die Eifersucht seiner anderen Gemahlin . Dieser gelingt es die Nebenbuhlerin in einem Weiher zu ertränken ; aber an der Stelle , wo Surya sank , sprosste eine Sonnenblume hervor , und dort bei der Blume war nun der Lieblingsplatz des trauernden Königs . Da lässt die Mörderin die Pflanze ausgraben und brennen . Aber aus der Asche erwächst ein Mangobaum , dessen herrliche Frucht der unter ihm ruhenden Mutter Suryas in die Milchkanne fällt ; und nun kommt aus der Frucht erst klein , dann grösser und grösser Surya zum Vorschein , glänzend gekleidet , auf dem Haupt einen stein wie eine Sonne . Sie wird nach längerem Verweilen bei der Mutter schliesslich mit ihrem Gatten wieder eint , während die böse Nebenbuhlerin zu ewiger schaft verurteilt wird . 
Von den übrigen Versionen , die Spiller noch beibringt , hat eine russische , eine armenische und eine arabische geringere Bedeutung . Wir werden auf sie sowie auf einige Fassungen , die er nicht berücksichtigt hat , im Laufe der Untersuchung zurückkommen . Erwähnt sei an dieser Stelle nur noch ein bretagnisches Märchen ( Spiller S . 18 ) , nach welchem ein junges Weib in Abwesenheit des Gatten von ihrer bösen Stiefmutter der Hände beraubt und auf einen
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.