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baren Ringe heimgekehrt sei ; aber das Mädchen schläft . und hört ihn nicht ; bei seinem vergeblichen Rütteln an der eisernen Tür bricht dem Raksha einer seiner äusserst giftigen Fingernägel ab ; den lässt er im Türritz stecken und geht davon . Als aber Surya am nächsten Morgen die Tür öffnen will , bohrt sich jene spitze Klaue in ihre Hand und sie fällt wie tot nieder . So finden sie die heimkehrenden Adler , stecken ihr klagend den gebrachten Ring an den Finger und fliegen betrübt von . Bald darauf entdeckt ein König auf der Jagd das merkwürdige Haus im Baume . Surya wird heruntergeholt , und als der König ihr die Klaue aus der Hand gezogen hat , erwacht sie wieder . Er nimmt sie als Gattin mit sich und erregt dadurch die Eifersucht seiner anderen Gemahlin . Dieser gelingt es die Nebenbuhlerin in einem Weiher zu ertränken ; aber an der Stelle , wo Surya sank , sprosste eine Sonnenblume hervor , und dort bei der Blume war nun der Lieblingsplatz des trauernden Königs . Da lässt die Mörderin die Pflanze ausgraben und brennen . Aber aus der Asche erwächst ein Mangobaum , dessen herrliche Frucht der unter ihm ruhenden Mutter Suryas in die Milchkanne fällt ; und nun kommt aus der Frucht erst klein , dann grösser und grösser Surya zum Vorschein , glänzend gekleidet , auf dem Haupt einen stein wie eine Sonne . Sie wird nach längerem Verweilen bei der Mutter schliesslich mit ihrem Gatten wieder eint , während die böse Nebenbuhlerin zu ewiger schaft verurteilt wird .
Von den übrigen Versionen , die Spiller noch beibringt , hat eine russische , eine armenische und eine arabische geringere Bedeutung . Wir werden auf sie sowie auf einige Fassungen , die er nicht berücksichtigt hat , im Laufe der Untersuchung zurückkommen . Erwähnt sei an dieser Stelle nur noch ein bretagnisches Märchen ( Spiller S . 18 ) , nach welchem ein junges Weib in Abwesenheit des Gatten von ihrer bösen Stiefmutter der Hände beraubt und auf einen