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Perccforest auf den unterirdischen Aufenthalt im alten Mythus zurückzuführen . Höchst merkwürdig ist , dass Basile im Unterschiede von allen andern Fassungen des Märchens für sein schlummerndes Fräulein noch den alten mythischen Nameu der gottbefruchteten , erdumschlossenen Nymphe bietet . Dass er ihn erst aus gelehrter Kenntnis in die Erzählung hineingebracht habe , halte ich für möglich . Eine andere mythische Thalia als die Muse ist ihm gewiss nicht bekannt gewesen . Nach dieser benannte er die dritte seiner neun mit den Musennamen belegten Eklogen . Servius , dessen Virgilkommentar Basile noch am ehesten von den literarischen Zeugnissen für den Paliken - mythus gekannt haben könnte , nennt überdies die Paliken - mutter Aetna und erwähnt nur nebenbei , dass andere sie auch Thalia nennten . Aber vor allem konnte Basile gar keine Veranlassung haben , auf das schlummernde Fräulein des Märchens nach der Fassung , in der er dieses kennen lernte und erzählte , den Namen der Palikenmutter zu tragen . Hätte er wirklich etwas von den Paliken gelesen , so würde er sie nur einerseits als Wiederkömmlinge , seits als sizilische Gottheiten kennen gelernt haben , deren Cultus mit zwei vulkanischen Sprudeln aufs engste sammenhing , während die Quelle seiner Erzählung weder schon selbst die beiden Kinder Sonne und Mond nannte oder durch Beziehungen auf die Sonne ihn dazu brachte sie so zu nennen . In jedem Falle ist es klar , dass Basile garnicht daran gedacht hat , seine „ Sole " und „ Luna " mit den beiden Paliken zu identificiren . Scheidet man aber das Palikenmotiv aus , so wich vollends die Erzählung von der Versenkung des Fräuleins in den Todesschlaf , ihrer fruchtung und Entzauberung , die Basile nach Ausweis des Perceforest schon vorgefunden haben muss , von den richten der alten Quellen über die Qáleia in dem Grade ab , dass der ursprüngliche Zusammenhang der beiden Gestalten nur noch durch die Mittel gelehrter Forschung aufzudecken war , nicht aber die Phantasie des Dichters