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lebenden und durch die Sonne befruchteten kraft , einer Oáleia , das bedarf keiner weiteren setzung . Das Märchen bestätigt meine Deutung der sprechenden Erzählung im Perceforest wohl zur Genüge . Andrerseits aber zeigt nun doch auch diese Lattughiua eine Feuernatur , die ebensowohl an die Hephästostochter Thalia erinnert wie sie der Abstammung des Lattichmädchens von der Sonne entspricht . Sie kann zur Verrichtung von Wunderdingen dem Feuer gebieten , ihre Hände in siedendem Öl braten , in einen feurigen Ofen hineinkriechen , im Sonnenschein in halsbrecherischen Stellungen balancieren und sie richtet eine Nebenbuhlerin nach der andern dadurch zu Grunde , dass sie sie verleitet das gleiche zu versuchen .
Eine Verwandte dieses Lattichmädchens und zugleich ihrer im Turme verschlossenen Mutter ist das italiänische Petersilienmädchen ( PetrosinellaBasile II , 2 ) , das sche Rapunzelchen ( Grimm Nr . 12 ) . Dabei stammen diese beiden gewissermassen schon von Pflanzen ihrer Gattung . Denn ihre Mutter hat während der Schwangerschaft silie oder Rapunzel gegessen , die sie , von einem Gelüst ge - fasst , aus dem Garten einer Hexe entwendet hatte . Deshalb wird das Mädchen , welches sie gebiert . Rapunzel oder sinella genannt , und damit über dessen Pflanzennatur ja kein Zweifel bleibe , trägt es bei Basile auch noch ein Mal auf der Brust , das einer Petersilienpflanze gleicht . Die Hexe aber hat durch den Diebstahl der Mutter Gewalt über das Kind erhalten , und sie bereitet ihr nun das Schicksal der Thalia und der Mutter der Lattughiua , indem sie sie in einen im finsteren Walde gelegenen Turm sperrt , der keine Öffnung hat als oben ein kleines Fensterchçn — wieder das zeitweilige Verschwinden des genius im Erdinnern durch eine feindliche Gewalt . Durch dies Fensterchen naht ihr nun auch hier heimlich der Liebhaber , der sie befruchtet , und es ist , als wenn ihm wiederum Sonnenstrahlen dazu den Weg bahnen ; aber die Sonnenstrahlen gehen von Rapunzel—Petrosinella selbst