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er etwa aus einem verwandten Mythus oder auch erst aus einer späteren märchenhaften Gestaltung unseres Stoffes ( vgl . S . 214 ) der Brünliildensage zugewandert ist , wird sich schwerlich entscheiden lassen ; dass er in gar keinem sammenhange mit dem bezaubernden Stiche in den anderen Traditionen unseres Kreises stehen sollte , ist mir am wenigsten wahrscheinlich . Doch verdient Beachtung , dass Sigurd die Sigrdrifa nicht durch Entfernung des Schlaf - dornes , sondern durch Aufschneiden des zu engen Panzers erweckt . Danach scheint die Erschliessung in diesen die eigentliche Ursache des Todesschlafes . Dazu vergleicht sich das einengende Kleidungsstück in verschiedenen Snee - wittchenfassungen , besonders auch der fest um das chen gezauberte Gürtel in der isländischen Mischversion Arnason II , 402 , durch dessen Lösung der König das Mädchen endgültig erweckt , während nachher in der setzung dann auch noch der Schlafdorn angewendet wird ( S . 403 ) . Durch die enge Verwandtschaft des Märchens von Sneewittchen mit dem von Thalia - Dornröschen wird das Urteil über diese Dinge eher erschwert als erleichtert . Auch jenen liegt augenscheinlich die mythisch - poetische Auffassung vom Absterben und Wiederaufleben der tation oder der schönen Jahreszeit zu Grunde und die Ausführung ist in wesentlichen Stücken beiderseits dieselbe . Beiderseits die Versenkung der Jungfrau in den Zustand des Scheintodes , ihre Auferweckung und im Zusammenhang damit eine Liebesgeschichte . Wie nahe die Beeinflussung des einen Märchens durch das andere lag , zeigen neben der besprochenen isländischen Mischversion ( oben S . 211 ) am deutlichsten die Märchen Nr . 3 und 4 der Gonzenbach , welche den ersten Teil von Sneewittchen , die Verfolgung des Mädchens durch neidische Schwestern ( statt der mutter ) , seinen Aufenthalt in der Ferne bei unheimlichen , ihr aber geneigten Wesen und die Art seiner scheinbaren Tötung mit dem zweiten Teil der dem Basile am nächsten stehenden Thalia - Fassung verschmelzen . Auch in der in -