Full text: Beiträge zur Volkskunde

229 
er etwa aus einem verwandten Mythus oder auch erst aus einer späteren märchenhaften Gestaltung unseres Stoffes ( vgl . S . 214 ) der Brünliildensage zugewandert ist , wird sich schwerlich entscheiden lassen ; dass er in gar keinem sammenhange mit dem bezaubernden Stiche in den anderen Traditionen unseres Kreises stehen sollte , ist mir am wenigsten wahrscheinlich . Doch verdient Beachtung , dass Sigurd die Sigrdrifa nicht durch Entfernung des Schlaf - dornes , sondern durch Aufschneiden des zu engen Panzers erweckt . Danach scheint die Erschliessung in diesen die eigentliche Ursache des Todesschlafes . Dazu vergleicht sich das einengende Kleidungsstück in verschiedenen Snee - wittchenfassungen , besonders auch der fest um das chen gezauberte Gürtel in der isländischen Mischversion Arnason II , 402 , durch dessen Lösung der König das Mädchen endgültig erweckt , während nachher in der setzung dann auch noch der Schlafdorn angewendet wird ( S . 403 ) . Durch die enge Verwandtschaft des Märchens von Sneewittchen mit dem von Thalia - Dornröschen wird das Urteil über diese Dinge eher erschwert als erleichtert . Auch jenen liegt augenscheinlich die mythisch - poetische Auffassung vom Absterben und Wiederaufleben der tation oder der schönen Jahreszeit zu Grunde und die Ausführung ist in wesentlichen Stücken beiderseits dieselbe . Beiderseits die Versenkung der Jungfrau in den Zustand des Scheintodes , ihre Auferweckung und im Zusammenhang damit eine Liebesgeschichte . Wie nahe die Beeinflussung des einen Märchens durch das andere lag , zeigen neben der besprochenen isländischen Mischversion ( oben S . 211 ) am deutlichsten die Märchen Nr . 3 und 4 der Gonzenbach , welche den ersten Teil von Sneewittchen , die Verfolgung des Mädchens durch neidische Schwestern ( statt der mutter ) , seinen Aufenthalt in der Ferne bei unheimlichen , ihr aber geneigten Wesen und die Art seiner scheinbaren Tötung mit dem zweiten Teil der dem Basile am nächsten stehenden Thalia - Fassung verschmelzen . Auch in der in -
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.