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disclien Erzählung bemerkten wir in zweien jener Motive die Anlehnung an den Sneewittchentypus ; ja auch Suryas weitere Geschichte bis zu ihrer Wiedererweckung könnte schliesslich ebensogut aus der Sneewittchen - Tradition wie aus der Thalia - Dornröschen - Version stammen . Denn selbst zu Suryas Todesscblaf auf dem Baume , der sich ja los recht gut aus einer Dornröschen - Variante ableiten liess , bieten doch auch Sneewittchen - Versionen eine wisse Parallele . Im albanesischen Sneewittchen wird das scheintote Mädchen von den wohlwollenden Drachen , denen es die Wirtschaft geführt hatte , in seinem geschmückten Sarge an einen Baum gehängt ( Hahn S . 141 ) ; so wird es auch in der rumänischen Erzählung „ Der Zauberspiegel " ( Schott S . 111 ) von den freundlichen Räubern zwischen den Gipfeln zweier Bäume angebracht , und auch die Zwerge bei Grimm KHM III , 89 setzen Sneewittchen auf einen Baum . Nur die Entführung durch die Adler und nach der Wiedererweckung die eifersüchtige Nachstellung der ersten Gattin weisen in der Geschichte von Surya Bai sicher auf die Thaliatradition , während doch von den in dieser so wichtigen Kindern wiederum bei Surya wie bei Sneewittchen nicht die Rede ist . Sollte sich der Ein - fluss der Sneewittchen - Version in der geschichte der Märchen von Thalia und Dornröschen schon früher und in weiterem Umfange geltend gemacht haben ? Stammt etwa gar das ganze Scheintodmotiv aus ihr , rend der Thaliaversion ursprünglich nur die Einschliessung angehörte , wie ja einige ihr verwandte Erzählungen lich nur von einer solchen wissen ( s . oben S . 210 . 216 fg . ) , und ist die Erweckung der jungfräulich Reinen durch den benden , wie sie sich in der Brünhildensage und in den späteren Fassungen des Thalia - Dornröschen - Märchens findet , wiederum aus dem Sneewittchenmärchen oder einem ihm näher verwandten Mythus ( oben S . 210fg . ) herzuleiten ? Alles das sind Möglichkeiten , die sich doch nicht zu Beweisen erheben lassen . In den Märchenfassungen lässt sich