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Thalia - Dornröschens Erweckung durch den Liebhaber statt durch ihre Kinder auch leicht durch eine zeitliche schiebung in ihrem Verhältnis zu dem Liebenden erklären , welche den im Perceforest und im Pentamerone den Verlauf der Handlung zugleich weniger auffällig und weniger austössig gestaltete . Bleibt dann später , wie in der deutschen Fassung , Dornröschens weitere Geschichte , also auch die ihrer Kinder , überhaupt weg , so ist auch auf diese " Weise der Schluss ihrer Geschichte dem des „ Sneewittchen " gleich geworden .
Deutlicher war die Einwirkung der gleichfalls dem Boden der Vegetations - und Lichtanthropomorphose sprossenen Märchen vom Citronenmädchen und von den goldenen Kindern auf den zweiten Teil des märchens abzugrenzen : jenes sahen wir die indische , dieses die romanische Fassung beeinflussen . In beiden Fällen war sowohl durch das mythische Grundmotiv unseres Märchens als durch eine früh bezeugte Variante des Thaliamythus der Anlass zu der Hereinziehung der wandten Überlieferung geboten . Von sonstigem alten behör des Thaliamythus sahen wir das Adlermotiv auf die eine Weise im indischen Märchen , auf die andere in päischen Versionen wirksam .
In der Verwertung dieser Motive wie durch die Art der Anlehnung an den Sneewittchentypus steht die dische Fassung den übrigen Versionen unseres Märchens gegenüber . Unter diesen bilden die italiänischen eine eng zusammengehörige Gruppe , die ihrerseits wieder dem alten Perceforest sehr nahe steht , dabei aber doch noch gewisse alte aus dem Mythus stammende Züge enthält , die jener nicht mehr bietet . Perrault ist einerseits den italiänischen Fassungen nahe verwandt , teilt aber seits ihnen gegenüber mit dem Perceforest einen älteren Zug durch das Auftreten der Schicksalsfrauen . Weiter seits steht das bretagnische Märchen , stark alteriert und mit fremden Bestandteilen gemischt , aber wertvoll als