Full text: Beiträge zur Volkskunde

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( ele ) lang , damit das daraus gefertigte Gewebe ein Schock ( schôk ) ergibt . Das von dem Scherrahmen abgewickelte Muster heisst Werft . Sie wird auf den Webstuhl , den wâwrstull , gespannt , aufgebäumt , uffgebâmt . Das fertige Gewebe wird abgebäumt ( obbâme ) ; vgl . noch aus - bäumen , Arbeit aus dem Hause geben ; er arbeitet aus - gebäumtes , ist ein Ausbäumer , Arbeiter ausserhalb des Hauses . — Beim Aufbäumen wird die Kette durch den râ'tkomp in der für den fertigen Stoff erforderlichen Breite ausgebreitet . Der Raitkamm , anderswo Teilkamm oder Öffner genannt , ist eine hölzerne Schiene ( schënne ) mit z . B . 150 Holznägeln ( hiilznâ'l , sg . noal ) , zwischen denen die Fäden geordnet , geraitet werden . Das schw . verb , raiten , ra'te , rechnen , zählen , begegnet oft auch bei den Schlesiern des 17 . und 18 . Jhdts . , auch raitungf . , Rechnung , Zählung z . B . bei Schweinichen . 1 ) 
Die aufgebäumte Kette wird geschlichtet , geschlecht , d . h . mit der schlecht bestrichen . Die Schlichte besteht gewöhnlich aus einer Stärke von Kartoffeln ( ârdâppel oder âpern = Erdbirne ) oder Weizenmehl ( wâznes ) , die mit zwei Bürsten , den schlechtbürsten , zur Durchtränkung der Fäden aufgetragen und zerrieben wird , schlechte bewahrt also das alte schlichten . Davon rührt auch die Schelte schlecht - frasser für Weber her ( neben wâwrschnâtschker ! ) . — Die aufgespannten Fäden werden vor Verwirrung bewahrt durch den Zeug , zaig , zwischen dessen Darmfäden ( litzen oder helwe ) , die ihrerseits zwischen zwei parallelen Schienen ausgespannt sind , sie hindurchgehen . Sonst versteht man unter Zeug das Gewebe selbst , z . B . der Hosenzeug , Stoff zu Hosen ; der Ausdruck Gezêe , in Langenbielau für Webstuhl überhaupt , sonst auch für den Stoff , ist in Katscher unbekannt . — Auch der Schuss , der Einschuss , wird oft feucht verwoben , weshalb die Schussspulen 
l ) Vgl . Dr . Drechsler , Wencel Scherffer und die Sprache der per . Breslau 1895 .
	        
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