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oder das Sp aun holz . Sie wird dami nach und nach auf den vorn liegenden Zeugbaum gewickelt , während die breit liegende Kette auf dem hintern Teil des Gestells über den Kettenbaum gespannt und oft durch ein Gewicht oder durch eine Drehe ( die dreh ) oder gi'âgl straff gezogen ist .
Gute Arbeit muss fest , gedrange , und sauber sein . Vgl . Gryphius in einem Hochzeit - Scherz an den brätrich , 1 ) in Katscher für Bräutigam , der eine Weber ( nom . propr . ) heiratet :
Wird , die euch soll unterrichten ( im weben ! ) , Können recht die Werffte schlichten ,
Wird die Schütz euch läuffig seyn ,
Tragt ihr sauber Fäden ein .
Wenn auch das Gezöh recht feste ,
Ey so webet ihr auffs beste .
Wolt ihr ausgelernet kriegen ,
Wäbt ein Kindlein in der Wiegen ,
Eine Wöchnerin ins Bett .
Losgesagt geht ihr : Ich wett ! —
Man muss sich hüten das Garn oder die Werft zu zernautzen , verwirren , noch mehr vor einem nâst , Nest , welches entsteht , wenn Fäden zerreissen und nicht gehörig geknüpft werden , sodass die Schütze nicht „ läufig " sein kann , sondern sich einschlägt ( eischlêt ) ; auch vor dem foadmbrücli ( pl . fêmdmbrêch ) , d . h . dem Bruch , dem Reissen eines Fadens , der nicht geknüpft ( geknëppt ) wird . Die Knüpfung geschieht durch den Weberknoten , eine eigne Art des Knüpfens . Vgl . Logau 1 , 10 , 33 :
Ein Weber liegt allhier Sein Faden ist zerrissen Weiss keinen Weberknopf denselben auszubüssen ( auszubessern , wieder anzuknüpfen ) . Knopf ist bildung zu knüpfen , knëppen , wozu Sclierffer in der Ecloga das Präteritum knopff ( : Kopff ) 2 ) bietet , und bezeichnet eben
* ) Auch brautrich ; vgl . Wencel Scherffer und die Sprache der Schlesier . S . 116 s . v . Gans .
s ) Vgl . Wencel Scherffer u . s . w . S . 51 .