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den erwähnten Weberknoten , auf dessen geschickte und fest haltende Verschlingung die Weber pochen ; eine Weiterbildung zu knëppe ist knêpeln ( knüpfein ) in ver - knêpeln , so ungeschickt knüpfen , dass das aufknêpeln schwer fällt .
Kann der Weber Ueberschuss ( êbrschuss ) machen , d . h . etwas von dem zur Verarbeitung , zum Einschiessen gelieferten Schuss erübrigen , indem er die richtige Zahl nicht einschiesst , so heisst diese Ueberbleibe ( wie bei dem Schneider der ersparte und zurückbehaltene Rest des Stoffes ) pêterflâk , Peterfleck ; anderseits pêtert der träge Weber ein , d . h . er setzt vom Verdienste zu : ar - hôt diese woch wêdr a - schôk eigepêtert , das Schock vom stuhl nicht ab = herunter gearbeitet und daher das dienst ( wenigstens für diese Woche ) eingebüsst . Vgl . Schmeller : einbessern . Beim webern fällt lüche d . h . Wollfasern u . dgl . ab ; daher die Schelte : luchzeisker ( zeisker ist die volkstümliche Bezeichnung für Zeisig ; vgl . Zeislein bei Scherffer ) .
Bevor die Arbeit bei Licht , beim Lichten oder Liclitsel beginnt , feiern die Weber im Kretscham die Lichtschnur . Die Mädchen putzen den Tanzsaal mit Blumen , Reisig und Laubgewinden , die kreuzweise aus einer Ecke in die andere gespannt werden . Auf diesen Blumenscliniiren brannten wohl früher die Lichte ; dalier Lichtschnur ? Man erzählt im Zusammenhange hiermit , dass vor alters nur getanzt werden durfte , solange ein Gröschellicht oder Kreuzerlicht brennt . Vgl . Der Tanz in Kretschamen auf Dörfern soll Sommers länger nicht denn bis zum Eintrieb des Viehes , im Winter aber nur so lange , als ein Gröschlein - Liclit , welches ihnen die Kretschmer schaffen sollen , brennet , gestattet werden . Oelsznische Kirchen - Constitution 1664 .
Von den vielen Liedern , die der Weber hinterm Stuhle zum Geklapper der Schütze singt , seien zum Schlüsse einige mitgeteilt :
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