Full text: Beiträge zur Volkskunde

19 
den erwähnten Weberknoten , auf dessen geschickte und fest haltende Verschlingung die Weber pochen ; eine Weiterbildung zu knëppe ist knêpeln ( knüpfein ) in ver - knêpeln , so ungeschickt knüpfen , dass das aufknêpeln schwer fällt . 
Kann der Weber Ueberschuss ( êbrschuss ) machen , d . h . etwas von dem zur Verarbeitung , zum Einschiessen gelieferten Schuss erübrigen , indem er die richtige Zahl nicht einschiesst , so heisst diese Ueberbleibe ( wie bei dem Schneider der ersparte und zurückbehaltene Rest des Stoffes ) pêterflâk , Peterfleck ; anderseits pêtert der träge Weber ein , d . h . er setzt vom Verdienste zu : ar - hôt diese woch wêdr a - schôk eigepêtert , das Schock vom stuhl nicht ab = herunter gearbeitet und daher das dienst ( wenigstens für diese Woche ) eingebüsst . Vgl . Schmeller : einbessern . Beim webern fällt lüche d . h . Wollfasern u . dgl . ab ; daher die Schelte : luchzeisker ( zeisker ist die volkstümliche Bezeichnung für Zeisig ; vgl . Zeislein bei Scherffer ) . 
Bevor die Arbeit bei Licht , beim Lichten oder Liclitsel beginnt , feiern die Weber im Kretscham die Lichtschnur . Die Mädchen putzen den Tanzsaal mit Blumen , Reisig und Laubgewinden , die kreuzweise aus einer Ecke in die andere gespannt werden . Auf diesen Blumenscliniiren brannten wohl früher die Lichte ; dalier Lichtschnur ? Man erzählt im Zusammenhange hiermit , dass vor alters nur getanzt werden durfte , solange ein Gröschellicht oder Kreuzerlicht brennt . Vgl . Der Tanz in Kretschamen auf Dörfern soll Sommers länger nicht denn bis zum Eintrieb des Viehes , im Winter aber nur so lange , als ein Gröschlein - Liclit , welches ihnen die Kretschmer schaffen sollen , brennet , gestattet werden . Oelsznische Kirchen - Constitution 1664 . 
Von den vielen Liedern , die der Weber hinterm Stuhle zum Geklapper der Schütze singt , seien zum Schlüsse einige mitgeteilt : 
2 *
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.