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dernen Erzählung aus der arabischen ist fast sicher . Der neuere Erzähler hat Einiges im Détail geändert — für ihn ist , da er unter türkischer Herrschaft lebt , der Pascha die höchste erreichbare Autorität ; auch die Manier , wie der Kâdi der Frau auch ohne gültigen Rechtstitel zu ihrem Rechte verhelfen will , entspricht türkischen heiten — aber charakteristische Kennzeichen der genauesten Verwandschaft sind der Kasten mit den drei Thüren , der Schwur vor dem Kasten und der Kasten als Zeuge . — Die litterarischen Verhältnisse sprechen ebenfalls für kunft aus dem Arabischen . »
Verwandschaft mit unserer Geschichte zeigt ferner eine Erzählung in 1001 Nacht , in der die Bearbeitung eine moralische Wendung genommen hat . Sie handelt von einer Frau , die ihrem abwesenden Gatten die Treue bricht und darauf „ den Richter , den Polizeimeister , den Minister und zuletzt den König durch Buhlerkünste an sich lockt , dann einen jeden von ihnen , wenn der folgende zum Stelldichein bei ihr ankommt , in eine der vier übereinander befindlichen Abtheilungen eines besonders dazu gezimmerten kastens und endlich den Meister Zimmermann selbst in die fünfte oberste einsperrt , darauf ihren Liebhaber — angeblich ihren Bruder — durch ein dem Polizeimeister vorher abgeschwatztes Handbillet aus dem Gefängniss befreit und mit ihm entflieht , während die fünf Herrn leiblich und geistig hart bedrängt in ihren Kerkern zurückbleiben , sich endlich wechselseitig erkennen und verständigen , aber erst am dritten Tage durch die Nachbarn erlöst werden " . 1 )
Hier könnte vielleicht auch die Grundidee aus Gähiz stammen , zumal sich auch sonst Berührungen zwischen ihm und 1001 Nacht finden . 8 ) Nur hat eben unser Erzähler
' ) So die Inhaltsangabe von Fleischer in Habichts Ausgabe der 1001 Nacht Bd . XII . p . 7 . Es ist die Erzählung des sechsten Yezirs in der Calcuttaer Ausgabe Bd . III . 173 .
' ) Die kleine Erzählung von Ibrahim ihn al Mahdi 1001 N . ( Cale . ) Bd . III . 455 hat auch schon Gähiz .