Schwedische - Norwegische Occupation noch auf dem Lande lastete , in vielen Districten die Wahlen entweder gar nicht oder doch nur von kleinen Minoritäten vollzogen werden können . Es war dies ein Uebelstand , der indeß , wenn überall jetzt neu gewählt werden sollte , schwer zn ver - meiden war .
Die Wahlbewegung und das Interesse daran ward nun freilich alsbald durch die entscheidende Krisis , in welche dieSchleswig - Holsteinische Sache gleichzeitig eintrat , sehr ich in den Hintergrund gedrängt .
XVI .
Am 2 . Juli hatte sich der vor einem Jahr von Preußen abgeschlos - sene Waffenstillstand nach langen Geburtswehen endlich zu dem Frieden von Berlin entpuppt . Man hatte nach vielfachen fruchtlosen Unterhand - lnngsversuchen endlich einfach Frieden gemacht und sich alle Rechte gegen - seitig vorbehalten . In den Deutscheu Mittel - und Kleinstaaten ward zwar viel über den Preußischen Friedensschluß räsounirt , aber in der Sache folgte man dm Beispiel , hielt Frieden mit Dänemark und überließ die Herzogthümer sich selbst . Während man 1848 und auch noch 184 ! » die Schleswig - Holsteinische Sache als die Sache Deutschlands aufgefaßt , während man große Reichsheere , wenn auch mehr zum Schein als für eine wirkliche Aktion , nach den Nordalbingifchen Grenzländern entsandt hatte , waren die Deutschen Kabinette jetzt bereits dahin gekommen , sich zu einem elenden Frieden zu bekennen , der allen Prätensionen Dänemarks freien Spielraum ließ . Man wollte die Herzogthümer ihr tödtliches Duell mit Dänemark allein ausfechten lassen , um dann je nach dem Aus - gange Partei zu ergreifen .
So war also gekommen , wie wir es längst vorausgesagt hatten : Schleswig - Holftein stand da auf sich selbst angewiesen , einem fanatisch - erbitterten , an Macht und Hülssquellen überlegenen Feinde gegenüber . Es hätte aller Anspannung der eigenen Kraft bedurft , um unserer gerech - ten Sache den Sieg zu sichern , aber leider hatten die Männer , welche