Full text: Newspaper volume (1892, Bd. 2)

für nothwendig zu halten. Nach dem Be 
richt der „Staatsbürgerzeitung" war das 
Auftreten Ahlwardt's hauptsächlich dazu 
bestimmt, nachzuweisen, daß alle bisherigen 
antisemitischen Parteiungen für sich nichts 
Werth sind und deshalb in eine große Par 
tei Ahlwardt aufgehen müssen. Im In 
teresse dieses hohen „heiligen" Zieles sei 
die Einberufung eines deutschsozialen Par 
teitages noch in diesem Sommer nothwen 
dig. Insbesondere, so meinte Ahlwardt, 
sei von den Konservativen nicht viel zu er 
warten. „Ein Theil sei zu eng mit dem 
Judenthum verbunden, und diejenigen 
aufrichtigen Seelen, die mit Gott für Kaiser 
und Reich gegen Juda zu kämpfen gewillt 
sind, würden bald kampfesmüde zurücktreten. 
Die christlich-soziale Partei hat große Ver 
dienste, Stöcker hat die Massen aufgerüttelt, 
er hat in der Judenfrage die Prämissen 
scharf gezeichnet, aber die Konsequenzen 
mag er nicht ziehen; die platonische Liebe 
zu den Konservativen ist die, ihm nach 
schleifende Kette, die ihm zur Erfüllung 
seiner welthistorischen Mission nicht kommen 
läßt. Zwei Seelen wohnen in seiner Brust. 
Aber auch die antisemitische Volkspartei 
vermag die Gesammtaufgaben, welche sich 
der Antisemitismus zu stellen hat, nicht zu 
umfassen. Dr. Böckel ist ein ausgezeichneter 
Arganisator: aber seine Organisationen 
passen nur Süddeutschland und das Partei- 
Programm, wie es auf dem Parteitage zu 
Dresden ausgebaut ist, umschließt nur ein 
zelne Berussklassen, während die antisemi 
tische Bewegung alle Stände von den 
untersten bis in die höchsten Schichten hin 
auf durchzieht." 
— Im socialistischen Lager sind aber 
mals Meinungsverschiedenheiten unter den 
Führern zu Tage getreten. In einem 
Briefe Voll mars heißt es: 
„Auch ich bin der Ansicht, daß die sozialisti- 
fche Partei keinen Grund hat, mit ganz be 
sonderer Erbitterung die Idee vom Staats 
sozialismus selb st zu bekämpfen. Unsere 
Partei hat im Gegentheil in ihr Programm eine 
ganze Reihe Bestimmungen aufgenommen, die 
die stufenweise Vorbereitung einer besseren so. 
zialen Organisation zum Zwecke haben, und die 
man wohl als eine Annäherung an den 
Staatssozialismus betrachten kann. Auch 
bei der neuen Redaction unseres Programmes 
1891 zu Erfurt haben wir uns geweigert, einen 
Artikel aufzunehmen, wie man uns vorgeschlagen 
halte, der sich gegen den Sļaaļssozialismus 
richtet . . 
In schroffer Weise wird dann in dem 
„Vorwärts" gegen Vollmar ausgeführt: 
„Nicht wahr ist, daß wir in Erfurt, wie der 
Brief v. Bollmar es insinuirt, einem gegen den 
Staatssozialismus sich richtenden Artikel aus 
Hinneigung zum Staatssozialismus die Auf 
nahme ins Programm verweigert hätten. Der 
bezügliche Passus, der den Staatssozialismus 
sehr scharf characterisirte (die Verbindung der 
wirthschastlichcn mit der politischen Sklaverei 
bezweckend), wurde bloß deshalb nicht in das 
Programm aufgenommen, weil dieses seiner 
ganzen Fassung nach dem Staatssozialismus so 
diametral entgegengesetzt ist, daß — wie aus 
drücklich bei der Berichterstattung erklärt ward 
--- die Formulirung der Gegnerschaft überflüssig 
erschien. Da die Nichtaufnahme des Passus, 
wie der Brief v. Vollmars beweist, zu einem, 
allerdings fast unbegreiflichen Mißverständniß — 
v. Vollmar saß selbst in der Programm-Kom- 
mission — Anlaß gegeben hat, so könnte man 
beinahe wünschen, daß jener Passus in das 
Programm Aufnahme gefunden hätte. Von 
staatssozialistischen Vellcitäten (Gelüsten) müsse 
man die Partei rein halten. Principiis obsta, 
dem Anfang widerstehe!" 
— Den Kampf gegen Vollmar hat 
Liebknecht am Mittwoch-Abend in einer 
sozialdemokratischen Versammlung in Rix- 
dorf in voller Schärfe aufgenommen. Bei 
Besprechung des jüngsten Briefes von Boll- 
mars verwies Liebknecht zunächst auf die 
betreffende Auslassung des „Vorwärts" zu 
dieser Angelegenheit und bemerkte dann: 
Wer behaupte oder in vollem Maße glaube, 
das sozial-demokratische Programm in der 
neuen Fassung bederite eine Annäherung 
nn den Staatssozialismus, der müsse ent 
weder vom Staatssozialismus oder 
von der revolutionären Sozialdemokratie 
oder gar von beiden andere Begriffe haben 
als er (Liebknecht) und — so hoffe er — 
als auch die gestimmte Partei. Es sei 
übrigens eine Art Faschmünzerei, von 
Staatssozialismus zu sprechen, was man 
so nenne, das sei überhaupt gar kein So 
zialismus. Die Sozialdemokratie wende 
sich gegen den Kapitalismus in jeder Form. 
Wenn nian aber den heutigen Staat zum 
Unternehmer mache, so sei derselbe nicht 
minder ein ausbeuterischer Kapitalist als 
der Privatunternehnier; die Verhältnisse der 
lieben zu können glaubte und von dem ich 
jetzt annehmen muß, daß er meine Freund 
schaft nicht nur verschmäht, sondern daß er 
sie auch nicht verdient." 
(Fortsetzung folgt.) 
Arbeiter würden durch Verstaatlichung der 
Betriebe — wie das so viele practische 
Beispiele, u. a. das Eisenbahnwesen zeigen 
— nicht bessere, sondern eher noch schlech 
tere. Dazu komme noch die durch die Ver 
staatlichung wachsende gleichzeitig politisch- 
büreaukratische Macht des Staates, deren 
Folgen sich u. a. namentlich in der Beein 
flussung bei den Wahlen zeigen. — Die 
Sozialdemokratie trage stets Bedenken, 
Unternehmungen aus Privathänden zu 
nehmen und dem Staate zu geben; in den 
wenigen Fällen, wo sie für die Verstaat 
lichung eingetreten sei, da habe es sich um 
Unternehmungen gehandelt, bei denen keine 
kapitalistische Ausbeutung zu befürchten 
war. — Es sei also ein schwerer Fehler 
von dem betreffenden Parteigenossen — 
den Namen v. Vollmar vermied Liebknecht 
geflissentlich zu nennen — gewesen, zu be 
haupten, daß das sozialdemokratische Pro 
gramm eine Annäherung an den Staats 
sozialismus bedeute. — An dem Tage, 
wo die Sozialdemokratie den Staatssozialis 
mus in ihr Programm aufnähme, würde 
sie geradezu Selbstmord begehen. Vor 
stehende Auseinandersetzung zwischen Lieb 
knecht und Vollmar ist gewiß sehr inte 
ressant. In der Sache selbst ist es bezeich 
nend, daß Herr Liebknecht völlig außer 
Stande >var, nachzuweisen, inwiefern der 
sozialdemokratische Staat denn im Stande 
ist, die allgemeine Verstaatlichung der Be 
triebe durchzuführen, ohne zugleich alle 
jene wirthschaftlichen sozialen und politischen 
Nachtheile herbeizuführen, welche Herr 
Liebknecht mit Recht den Verstaatlichungen 
zum Borwurf macht. Das ist wieder ein 
mal ein Punkt, wo an die sozialdemokrati 
schen Jünger der Anspruch erhoben wird, 
einfach dasjenige schlankweg und unbesehen 
anzunehmen, was man ihnen nicht beweisen 
kann. 
Berlin, 8. Juli. In überaus stürmischer 
Versammlung beriethen gestern über 1000 
Cigarrenhändler, darunter auch einige 
kleinere Fabrikanten, über dieSonntags- 
ruhe. Der Referent versicherte, daß der 
vorige Sonntag eine Mindereinnahme von 
50 bis 60 Prozent gebracht habe. Einige 
sozialdemokratische Händler, die vor über 
eilten Beschlüssen tvarnten, wurden nieder 
geschrieen. Es wurde folgende Resolution 
vorgeschlagen: Die Sonntagsruhe sei noth 
wendig und zweckmäßig. Es müsse aber 
den Cigarrenhändlern der Verkauf bis 3 
oder 4 Uhr gestattet sein, oder auch allen 
anderen Gewerbetreibenden, den Gast- und 
Schankwirthen verboten werden. Der erste 
Theil, daß die Sonntagsruhe nothwendig 
sei, wurde fast einstimmig abgelehnt, der 
zweite Theil angenommen. Ferner wurde 
die Gründung eines Vereins zur dauern 
den Wahrung der Interessen der Cigarren- 
hündler beschlossen. 
Cleve, 8. Juli. Prozeß Buschhoff. In 
der heutigen Sitzung ersuchte der Präsident 
den Berliner Berichterstatter Hugo Fried 
länder, einen Irrthum in seinem Referat 
zu berichtigen. Der Präsident ließ aus dem 
Aktenprotokoll feststellen, daß der Zeuge 
Hegmann die Frage, ob er an Buschhoff's 
Händen Blut gesehen habe, verneint hat, 
während der Bericht den Zeugen sie be 
jahen läßt. Friedländer bemerkt, daß dieser 
Irrthum auf einem von ihm sogar corri- 
girten Druckfehler beruhe. — Rechtsanwalt 
Fleischhauer macht darauf aufmerksam, daß 
mehrere Zeitungsberichte von Unwahrheiten 
strotzten und tendenziös entstellt seien. Cap- 
lan Gresser bekundet alsdann, er habe den 
Heilgehülfen Renning, den Kaufmann 
Küppers und den Metzgermeister Junker 
mann zur Abfassung von Gutachten über 
den Fall aufgefordert, und diese im „Xan- 
tener Boten" veröffentlicht. Es habe Junker 
mann das Gutachten entworfen und es ihm 
vorgelesen. Junkermann habe dann das 
Gutachten abgeschrieben. Er habe die Gut 
achten, die er sämmtlich entivorfen, infolge 
der Angriffe im „Clever Kreisblatt" ver 
anlaßt. Er habe vor den Exzessen, die 
gegen die Juden verübt wurden, gewarnt, 
und sei deshalb „der Judenkaplan" ge 
nannt worden. 
In Leipzig wird ein Aufruf jüdischer 
Eimvohner an die christlichen Mitbürger 
in den Blättern veröffentlicht. Der Auf 
ruf ist gerichtet gegen die antisemitischen 
Talmuderklärungen. In dem Aufruf heißt 
es unter anderem: „Aus der Bethätigung 
politischen und kommunalen Wirkens ver 
drängt, gesellschaftlich zurückgesetzt, von allen 
Aemtern und Würden ausgeschlossen (ob 
wohl die Staatsverfassung volle Gleichstel 
lung der Staatsbürger ohne Unterschied des 
Bekenntnisses fordert), im Erwerbe aufs 
Empfindlichste bedrängt, ist es bei uns in 
Leipzig thatsächlich soweit gekommen, daß 
der Verkehr an öffentlichen Orten für die 
Juden die Gefahr enthält, auf das Gröb 
lichste persönlich insultirt zu werden." 
- In Kolmar im Elsaß ist ein großer 
Reblausheerd entdeckt worden. Unter 
den Weingutsbesitzern herrscht lebhafte Auf 
regung. Geeignete Maßnahmen zur Be 
kämpfung der Reblaus sind getroffen. 
Provinzielles. 
Angeln, 6. Juli. Die bekannte Maga - 
rinefabrik von A. L. Mohr-Bahren- 
feld bei Ottensen hat neuerdings einer 
ganzen Anzahl hiesiger Meiereien das An 
erbieten gestellt, in den Meiereien Käsereien 
zur Herstellung von Chaddar-Käse einzu 
richten, bei welchem Verfahren das der 
Magermilch entzogene Butterfett durch Zu 
satz von Margarine ersetzt wird. Der Zu 
satz ist 7 Pfd. Margarine pro 100 Liter 
Magermilch. Das Margarine wird franko 
von Mohr geliefert, dagegen im Käsegewicht 
abgezogen. Gezahlt wird für den Käse 
nach 21tägiger Liegezeit 19—21 Pf. pro 
Pfund. Die sämmtlichen Apparate zur 
Käsefabrikation, sowie eine Person zur Er 
lernung der Käserei stellt Mohr. Ueber 
die Rentabilität werden folgende Angaben 
gemacht: aus 100 Liter Magermilch mit 
7 Pfund Margarinezusatz werden 20 Pfd. 
ablieferungsfähiger Käse, hiervon der Mar- 
garinzusatz von 7 Pfund abgezogen, bleiben 
dann 13 Pfund Käse. Bei einem durch 
schnittlichen Preis von 19 '/ 2 Pfg. ergiebt 
eine Verwerthung von 2'/ 2 Pfg. pro Liter 
und die Molke. Da nun, wir fügen aus 
drücklich hinzu nach den Angaben, bei der 
Verkäsung sich alles zugemischte Fett im 
Käse bindet, sondern 3 U pCt. in der Molke 
bleiben, soll die Molke denselben Futter 
werth als die Magermilch, sowohl zur 
Schweinemast als auch zur Kälberaufzucht 
haben, und sogar das Vieh hier noch ein 
besseres Gedeihen zeigen als vorher bei der 
Fütterung der Magermilch. Wenn diese 
Angaben sich als richtig Herausstellen, dann 
natürlich wäre der Erlös für Käse so zu 
sagen reiner Verdienst. — Bis jetzt sind, 
so viel bekannt noch keine der hiesigen 
Meiereien auf das Anerbieten eingegangen, 
während in Holstein mit ca. 40 Meiereien 
dahingehende Kontrakte abgeschlossen sind. 
Jedenfalls ist auch die größte Vorsicht an- 
zurathen, bevor in der Sache bindende Ab 
machungen getroffen werden, da unserer 
Ansicht nach trotz der Hochschätzung der 
Margarinemolke, zur Aufzucht von Kälbern 
und Ferkeln die Magermilch unentbehrlich 
ist, hiernach also während des größten 
Theils vom Jahre dem Landmann die 
Magerinilch nur in sehr beschränktem Maße 
genommen werden kann. Es steht also bei 
Abmachung des bezüglichen Kontraktes in 
Frage, ob auf diese Weise die Magermilch 
so hoch verwerthet werden kann, daß eine 
Einschränkung der Viehzucht ohne Nach 
theil auf die gesammte Wirthschaft geschehen 
kann. (Schl. Nachr.) 
Am 5. Juli feierte der Bürgerwort 
halter Andreas Hinrichsen in Eckernförde 
sein 25jähriges Amtsjubiläum. Von den 
städtischen Collegien ward dem Jubilar ein 
Pokal überreicht. 
Die städtischen Kollegien in Altona be- 
ivilligten 500 Mark, um im nächsten 
Winter in beiden Knaben-Mittelschulen einen 
Lehrgang für Handfertigkeitsunterricht ein 
zurichten. 
— Nortorf, 8. Juli. Herr Pastor 
Myrau in Westerhever wird demnächst nach 
Flensburg übersiedeln, um dort die Stelle 
eines Divisionspfarrers zu übernehmen. 
Genannter Herr wirkte vor 2 Jahren als 
Pfarradjunkt an hiesiger Gemeinde. — Die 
Arbeiten an unserer Brauerei „Holsatia" 
sind dieser Tage wieder in Angriff ge 
nommen und sollen durch die Hinzuziehung 
verstärkter Arbeitskräfte in energischer Weise 
gefördert werden. — Daß die Pferdezucht 
auch in unserer Gegend immermehr Be 
achtung findet, beweist die Thatsache, daß 
verschiedene Landleute sich in den Besitz 
werthvoller Zuchtstuten gesetzt haben. So 
kaufte dieser Tage Herr Hufner Rathjen 
in Jnnien eine Zuchtstute aus der Scester- 
müher-Marsch zum Preise von 1500 Mk. 
— Der bei Neumünster belegcne „Staats 
hof" wurde an einen Herrn Post aus West 
falen für die Summe von 40,000 Mark 
verkauft. — Am letzten Sonntag fand in 
Bordesholm das Sommerfest der Mittel 
holsteinischen Kreis-Verbindung der Männer 
und Jünglingsvereine statt. 
—n. Jevenstedt, 8. Juli. Auch in Nien- 
kattbeck wird nun noch eine Genossen 
schaftsmeierei errichtet werden. Die 
Aufführung des für dieselbe erforderlichen 
Gebäudes ist an hiesige Handwerker ver 
geben, während die maschinelle Einrichtung 
der Firma Rohwer L Ehlers in Neu 
münster übertragen wurde. Letztere wird 
u. A. eine sog. Balance-Centrifuge liefern 
und zwar von der Größe, daß dieselbe 
stündlich 1000 Liter Milch zu verarbeiten 
im Stande ist. — Für die Heuernte 
war die Witterung in den letzten Tagen 
leider recht wenig günstig. In Folge des 
starken und anhaltenden Westwindes sind 
unsere nach der Eider hin belcgenen Wiesen 
wiederum unter Wasser gesetzt. An nicht 
wenigen Stellen treibt das schon gemähte 
Gras, beziehungsweise Heu thatsächlich iw 
Wasser. 
* Rendsburg, 8. Juli. Wie sich nach 
träglich herausstellt, ist die am Kronwerk 
in der Eider gefundene Leiche nicht die 
jenige eines Lübecker Sängers, sondern eines 
Arbeiters aus Duvenstedt gewesen, der aus 
Schweden gebürtig ist. 
^ Rendsburg, 9. Juli. Die Verhand 
lung vor der Strafkammer in Kiel gegen 
den Arbeiter Joachim Dencker von hier 
hat nunmehr stattgefunden. Der Ange 
klagte hatte, wie seinerzeit berichtet, ein 
Raub- und unsittliches Attentat gegen die 
Kinder eines ans Suhmsberg wohnenden 
Schneidermeisters versucht. In der Ver 
handlung, zu welcher 11 Zeugen geladen, 
Ivar D. geständig und ivurde zu V/ 2 Jahren 
Zuchthaus verurtheilt. 
X Rendsburg, 9. Juli. Der gestrige 
Weststurm hatte einen derartig hohenWasser- 
stand der Untereider herbeigeführt, daß die 
Wiesenthäler der in die Eider mündenden 
kleinen Flüffe theilweise überschwemmt 
ivaren und eine Menge Gras und Hen 
iveggespült wurde. Auch dem noch auf 
dem Halm stehenden Futter ist ein erheb 
licher Schaden zugefügt worden. 
X Rendsburg, 9. Juli. So weit es 
sich bis jetzt hat feststellen lassen, hat die 
Gesammteinnahme beim Sängerfest reichlich 
15,500 Mark ergeben. Die Ausgabe war 
bekanntlich auf reichlich 21,000 Mk. ver 
anschlagt, doch ist noch nicht festgestellt, wie 
groß sich dieselbe in Wirklichkeit gestaltet. 
So viel steht indeß fest, daß nach Ver 
brauch der von der Stadt und der Spar 
und Leihkasse gezeichneten Summen von zu 
sammen 5000 Mark ein wesentliches De 
fizit nicht vorhanden ist. 
* Rendsburg, 8. Juli. (Luthersest' 
spiel.) Von Altonaer Lehrern, die im Mo 
nat Juli in den meisten größeren Orten 
unserer Provinz das Lutherfestspiel von 
Dr. Hans Herwig aufführen, wird auch 
unserm Orte ein Besuch abgestattet werden. 
Es wird jedenfalls allgemein mit Freude» 
begrüßt werden, dies interessante und eigen 
artige Werk des kürzlich verstorbenen Ver 
fassers kennen zu lernen, das bei den Aush 
führungen in vielen großen Städten Deutsch 
lands eine begeisterte Aufnahme gesunde» 
hat. Auch in Altona, wo das Festspiel 
vor einiger Zeit zur Aufführung gelangte, 
fand das Werk, sowie die Darstellung vo» 
seiten des Publikums und der berufenen 
Kritik die wärmste Anerkennung. De»! 
Reinertrag wird dem schleswig-holsteinische» 
Erziehungsverein, der sich die Unterbringung 
sittlich gefährdeter Kinder in guten Familie» 
zur Aufgabe gemacht hat, überwiesen wer 
den. Die großen Anstrengungen im In 
teresse des gemeinnützigen Zwecks, welckst 
bei der bedeutenden Zahl der darstellende» 
Personen, bei dem großen Aufwand fist 
Garderobe und Jnscenirung durchaus nicht 
zu unterschätzeu sind, bedürfen eines all 
seitigen Entgegenkommens des Publikums' 
t Rendsburg, 9. Juli. Herr Peter 
sen-Kronwerk kaufte das Gewese des Herr» 
Gärtners Bock, Altstädter Gärten, m» 
vollem Inventar für die Summe von 1900 
Mark. Antritt am 15. d. Mts. 
- Rendsburg, 9. Juli. Die Zufust 
zum Ferkelmarkt war kaum so reichst» 
wie in der Vorwoche, auch war der Hand» 
flau und die Preise sehr gedrückt, so d»k 
man 10—16 Mk. pro Ferkel nur erla» 
gen konnte. — Butter 85—90 Pfg. p^, 
Pfund. — Eier 1,20 Mk. per Stieg. ) 
Kücken 70 Pfg. bis 1 Mk. pro Stü» 
— Bickbeeren 40 Pfg. — Erdbeere' 
50 Pfg. — Stachelbeeren 10 Pfg. ^ 
Kartoffeln 15—20 Pfg. pro Liter. /) 
Erbsen 10 Pfg. pro Liter. — Gurkst 
15—50 Pfg. per Stück. 
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komm 
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mittat 
H. L 
werde 
liegen 
Einüc 
Br 
Abend-Depeschen. 
Berlin, 8. Juli. Der ehemalig 
Ober - Präsident von Schleswig 
Holstein, Baron von Scheel-Plesse'' 
ist gestorben. 
sowie 
für
	        
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