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die Clodia zu Rom nach der Erzählung des LiviuS . Sie war die letztgeraubte , die bey ihren Räubern durch gute Worte und Lisi ihre Jungfrauschaft einige Tage gefristet , und durch einen Schein von Eifer für ihre neuen Herren diese dahin vermocht , daß man ihr die Verteidigung einer Zugbrücke übertragen hatte , als die Schanze von den Einwohnern deö Landes belagert ward . Sie ließ die Brücke während des Angriffs herunter , und da die Belagerten solches wahrnahmen , und wehren wollten , fodjfc sie gegen diese so lange , bis ihre Landes« ( eure von außem hinzukamen und eindrangen . . Der gute Dankwarth sagt , er habe diese Geschichte zur Eh - re der Jungfer nicht unerwehnt lassen wollen , und vc» gißt den kleinen Umstand , den Namen der Person und der Familie uns zu sagen . Gleich viel . Ich glaube ohnedieß , daß es kein großes Beyspiel in der römischen Geschichte gebe , wozu sich nicht ein ähnliches bey an - dem , auch bey rohen Völkern gefunden habe . Aber die großen Menfchen und die großen Thaten so gedrangt in einer Gruppe beysammen , als man sie in Griechen , lands und Roms Geschichte findet , das ist es , was uns die letztere vorzüglich vor der Geschichte roher Völ» ker interessant und lehrreich macht .
Die vorher erwehnte Strecke des Deichs , etwa 600 Ruthen lang , macht dem Lande viel zu schaffen , und wird , fürchte ich , künftig ihm noch mehr zu schaf - fen machen . Der Nordwestwind steht aus der offner» See gerade auf den Deich . Ein breites Sandwatt und gute Deicherde sind die einzigen günstigen Um« stände . Das Watt aber nimmt in der Nähe des Deichs ab , und der Heverfluß scheint sich immer mehr ans Ufer zu drangen . Die Beschädigungen werden jährlich größer , und der untere Fuß des Deichs ist schon verlohren . Was man bisher diesem Angriff
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