Full text: Reisen in die Marschländer an der Nordsee zur Beobachtung des Deichbaus (Erster Band)

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Sechszehnter Brief . * . r 
Etwas von Eiderstedt . Bewohner . Der Boden . Das ^ 
große Hornvieh . Das Deichgräfenamt . j ( 
Tönning . £ 
Liebster Vnkel . r 
Sy^on Garding wollte ich nicht in gerader Linie nach is 
• " O Tönning . Das geht nun im eigentlichen Sinn w 
des Worts auch nicht an . Man reiset in unfern Mar« h , 
schen nicht in gerader Linie , nicht auf eine halbe Meile CE 
fort . Die Fahrwege hier habe , « auch in der Richtung T 
etwas eigenes . Sie sind nirgends krumme Linien , ft 
als allenfalls auf und an den Deichen . Im Lande A 
aber bestehen sie aus lauter geradlinlgten Theilen , die al 
am häufigsten unter einem rechten Winkel , wie die so 
Gänge und Steige in den Gärten , auf einander stoßen . sie 
Man muß statt der Diagonallinie die beyden recht - te 
winklicht an einander liegenden Seitenlinien machen , da 
da man auf der Geest allenfalls nur einen Bogen statt lei 
der Sehne des Bogens hat . Doch dicß war anfangs Pi 
mein Gedanke nicht . Ich reiste zwey Tage im Zik« eir 
zak herum , um einige alte Bekannte aufjusiichen und ge 
zu sehen , ob und wie viel sich mitten im Lande feit im 
zwanzig Iahren verändert habe , da ich bisher mich so 
bloß um den äußern Rand desselben bekümmert hatte« da 
Von den Menschen , die zu meinem Iugendkreife ge - de , 
hört hatten , waren natürlich viele nicht mehr da . voi 
Uebrigens fand ich in dem Nahrungsstande , in der un 
jebensart , der Kleidung und den Sitten alles wieder , nei 
so , wie vorher , ohne auf etwas neues zu stoßen , was ha 
erheblich war . Ich fand noch die nervenfeste und un 
knochenstarke Menfchenart , etwas kaltgründig von To 
Seiten der Phantasie und der Empfindsamkeit , aber per 
von festem und starkem gesunden Verstand , groß - ker 
mülhig , 
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