Full text: Reisen in die Marschländer an der Nordsee zur Beobachtung des Deichbaus (Erster Band)

auch seicht bester versteht , als sonst irgend ein anderer . Aber weder das Gehalt des Deichgräfen , noch fein Ansehen sind so beschaffen , daß es reizen könnte , sich darum mit der schweren Hydrotechnik abzugeben . DaS Beste ist immer , daß die Wissenschaft bey denen , die den Kopf dazu haben , sich selbst beliebt zu machen weiß . Es liegt auch hierinn die alte Idee zum Grün» de , daß wer allenfalls so viel Mathematik versteht , als ein tandfchulmeister gebraucht , und sich selbst ei - «ige Erfahrungen gesammelt hat , der sey geschickt , die Aussicht über die Deiche als ein Nebengeschäft zu be - sorgen . Ich werde mich nicht wundern , wenn man am Ende in Gefahr kommt , gar keinen nur einiger - maßen tüchtigen Mann zu einer solchen Stelle im Lan - de zu haben . Man befürchtete das nicht ohne Grund vor einigen Iahren . Der Candidat t ? ? arx , besten ich schon einmal erwehnt habe , war gestorben , den man in solchen Sachen gebraucht hatte . Man verfiel also darauf , einige Personen aufsuchen zu lassen , die auf Reisen auswärts , insonderheit nach Holland zu schicken waren , um die Praxis des Deichbaus sich be - kannt zu machen . Dieß veranlaßte die Reisen deS jetzigen hiesigen DeichgraftnS , des Herrn Christian ! , und auch die meinige . Das war auch sehr nothwen . dig . Aber schwerlich wird auf diese Weise unsern Bedürfnissen abgeholfen . Jeder ansehnliche Marsch« district müßte seinen Mann haben , der auf die jandeS - sicherheit gegen das Wasser Aufsicht habe . Diese Stelle sollte doch wenigstens eben so viel Ansehn und so viel Unterhalt geben , als die DeichinspectoreS und Deichgrafen im Hannoverschen haben . Wohl zu merken ist es , daß man dazu durchaus keine andere , als sehr gute , ich will nicht fordern , außerordentliche Köpfe gebrauchen kann , und daß diefe mehr alö das A B C der Mathematik studirt haben müssen . Es 
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