Siebzehnter Brief .
Mitteldeiche in Eyderstedt . Physische Geschichte des Landes . Hoher Marschboden . Süderstrand . Die drey Sachsen - Inseln beym Ptolemaus .
ie vielen Nntteldeiche , die man noch in Eyder .
stedt antrifft , sind mir nicht entwischt ; ich habe einige male ziemliche Gänge zu Fuß gemacht , um sie zu besehen . Es sind die Neste der alten Deiche , die ehemals Wasscrdeiche gewesen sind , deren einige , so sehr sie sich auch verlegen haben , noch acht bis zehn Fuß hoch sind . Andere sind ganz herunter und kaum kennt - lich . Sie sind die sichersten Beweise davon , wennS nicht die Geschichte ohnedieß sagte , daß man stück - weise , KognachKog , die Marschen dem Wasser ent - rissen habe . Allein sie beweisen zugleich auch , daß die Deiche bey den Friesen sehr alt feyn müssen . Beym Dankwarrh finden Sie Nachrichten von Eindeichun - gen aus dem zehnten Jahrhundert , und die sind nicht die ersten gewesen . Die Friesen haben auch nicht so ganz kleine Deiche gehabt , nicht bloß Sommerdeiche : aber sreylich sind sie mcljt hoch und stark genug gewefea gegen die Fluthen .
Eyderstedt ist also , wie alle Marschen , allmah - lig nach und nach angeschlämmt , und nach und nach verbunden worden . Die Grenzen des Landes an der Eyder und an der Hever , wie die an der See , haben sich sehr verändert . Hier ist Land weggenommen und dorten wieder angesetzt . Allein die schon einmal vor - gekommene Frage : Ob die Marsche» : nicht im Ganzen mehr zunehmen als abnehmend glaube
Liebster Onkel .
Tönning .
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