Full text: Reisen in die Marschländer an der Nordsee zur Beobachtung des Deichbaus (Erster Band)

ich Ihnen geschrieben habe " ) . Es war nemlich durch vorgezogene Schlickzäune vor dem Bollwerk so viel auf« geschlickt , daß man den Fuß des Deichs wieder herge« stellet hatte . Das Bollwerk war weggenommen , und zugleich hatte man dem Deich an der äußern Seite die gehörige Dossirung gegeben , ihn dabey nach innen zu verstärkt lind ihn also ein wenig einwärts gezogen . Crwarnunmehro zwar ein sogenannterSchlickdeich , und zum Theil ein N ) asserdeich , den jedesmal die Fluth am Fuß berührte ; aber man hatte ein zweckmäßiges Pro - fil , und war des lästigen Bollwerks entledigt . Der neue Fuß mußte jeßo noch bestickt werden , fing indessen schon an , sich zu begrünen . Das Versahren war musterhaft . Ich habe andere Stellen in den Sophien - Magdalenen« Kog gesehen , wo die Natur von selbst einen neuen Fuß von Erde vor dem Bollwerk hingelegt , und wo das Boll« werk selbst , was man hatte stehen laßen , mit Erde bedeckt war . An andern Stellen hingegen hat man das «endliche vergeblich versucht , wie ich auch gerne glaube , denn jede Praxis nach Beyspielen ist mißlich . Man hatte Schlick aus dcmWalt vor daöBollwerk hingeworfen , und denFuß zum Deich daraus gemacht , dann diesen mitStroh bestickt und ihn so fest zu halten gesucht ; daöBollwerk ausgeris . sen , um daö Rückschlagen der Wellen zu verhüten . Viel« leicht war dabey etwas versäumt , was zugleich nöthig ist , nemlich durch Mahnungen das Wasser zu Ruhe zu brin« gen ; vielleicht war zu früh das Bollwerk ausgerissen ; vielleicht nicht genug aufdaS entfernte Watt Rücksicht ge» nommen , in der Idee , daß mans mit dem nächsten allein zu thun habe ; vielleicht es sonst versehen . Die Methode ist an sich so sehr nützlich , daß mehrere Versuche darüber zu wünschen waren . Aber es ist begreiflich , daß eö wohl am meisten aufdie Umstände ankomme . Wo die Natur 
von 
* ) Fünfter Brief .
	        
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