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Betreffs des Orthopinakoid beruft er sich auf Lehmann, der hier
eine Art Gleitfläche angenommen hat. Die sekundäre Teilbar
keit bringt der Verfasser in Zusammenhang mit „einer an
fangenden Auflösung längs den Verwachsungsflächen der wahr
scheinlich vorhandenen primären, submikroskopischen Ver
wachsung von Albit und Orthoklas parallel (8aPoo)“. Dort sind
bereits die ersten Spuren einer beginnenden Zersetzung zu er
kennen. Bröyger unterscheidet also eine ursprüngliche Ver
wachsung von Mikroperthit, parallel einem steilen Orthodama
(ungef. 8jPoo) und eine sekundäre parallel dem Orthopina
koid. Schliesslich spricht er noch die Ansicht aus, dass die
monosymetrische Natronorthoklassubstanz in den ihm vor
liegenden südnorwegischen Stücken als Kryptoperthit an
zusehen ist. Diese Auffassung erhält nach seinen Ausführungen
auch dadurch Berechtigung, wenn man den analogen Fall gelten
lässt, dass der Kaliorthoklas pseudomonosymmetrisch und eins
mit Mikroklin ist.
1897 B. Kühn bezieht sich bei seinen Untersuchungen auf die
S.361 von J. Lehmann geäusserte Vermutung, es habe ursprünglich
362 ein Kalinatronfeldspath Vorgelegen. Indem die früher bestehen
den Bedingungen gestört wurden, und infolge äusserer Einflüsse
auf das Gestein kam eine Trennung von Orthoklas und Albit
zustande. Er glaubt einen Beweis für diesen Satz in einem
Dünnschliff nach einem Stück des Gesteins von Visvis gefunden
zu haben, ln den perthitischen Albitlamellen waren kleine
Muskowitschüppchen zerstreut, während der die Grundmasse
bildende Orthoklas frei davon war. Auf Grund der Annahme,
es habe ursprünglich eine Mischung von Orthoklas- und Albit-
substanz Vorgelegen, und zwar wie das Bild zeigt, das Natron
silikat in bedeutend geringerer Menge, könnte man vermuten,
die Albitmasse wäre aus irgend einem Anlass zur Ausscheidung
gelangt, dabei wurde das Kalisilikat, das an dieser Stelle frei
werden musste, als Muskowit ausgeschieden und von Albit
umschlossen.
1891 Eine interessante Schilderung geben A. Sauer und N. V.
Ussing vom Pegmatit von Gasern. Es liegt eine mikroperthitische
S.196 Verwachsung zwischen Mikroklin und Albit vor. Der die