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Ein und zwanzigster Brief .
Die Ocholmcr Deiche . Ocholmer Hafen . Handel . Deichrecht in den hiesigen Marschen . Das Dorf Langhorn .
Bredstedt .
Liebster Onkel .
Qu Norden von Bredstedt liegen die Vcholmer Deiche , ebenfalls Wafferdeiche mit Fußhölzungen , wie die Hattstedter , und wo möglich , noch kleiner und schlechter als diese . Ihr Watt , das ihnen alles ist , schlickt aber auf , und man befordert dieß Aufschlicken . An einer Stelle war das Bollwerk von selbst beworfen , und der Fuß des Deichs hergestellt . An andern hatte man Versuche gemacht , durch Kunst zu Hülfe zu kom . men , wie ich schon einmal erwehnt habe , allein vergeb - lich . Das zu früh ausgerißne Bollwerk mußte wieder hingeschlagen werden .
In dem Hafen zu Ocholm lagen ein paar kleine Schiffe . Es ist hier noch ein ziemlicher Handel . Man schifft nach Hamburg und Holland , und die einkom - menden Waaren gehen von hier ins Land , auch nach Apenrade und Flensburg . Uebrigens geht es diefem kleinen Hafen , wie allen andern an der Westsee ; er verschlammt . Man wehrt sich dagegen noch immer . Hier zieht man langst dem Außenfleth , denn anders ist der hiesige Hafen nichts , kleine Dämme , die das Was» ser in ihm mehr zusammen halten . Auch legt man dergleichen auf dem Watt , um das erste Fluth . und das letzte Ebbewaffer des Watts in den Kanal des Hafens hineinzuleiten . Dieß hilft etwas , aber es ist begreif - lich , daß doch nur ein Fahrwasser für kleine Schiffe offen gehalten werden könne .
Das