Full text: Reisen in die Marschländer an der Nordsee zur Beobachtung des Deichbaus (Erster Band)

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seinen Sohn nicht kannte , that nichts . Ein Officier 
kennt auch nicht alleGemeine , die zu seinem Regiment ^ 
gehören . Genug er räumte mir sein eignes Bett , r 
und seine eigene Wohnstube ein , und bewirthete mich r 
sehr gut und aufmerksam . s 
Den Ort habe ich noch weiter nicht besehen , als r 
gestern bey der Einfahrt . Ich habe heute Vormittag r 
noch der Ruhe nöthig , weil mich der rauhe Wind gc , 1 
stern nnd ehegestern an der See brav dnrchgewehet hat . i 
Ietzo ist ohnedieß das Wetter regnigt , und veranlaßt 5 
mich um desto mehr mein Tagebuch in Ordnung zu f 
bringen , und an Sie zu schreiben . £ 
Von Bredstedt aus fuhr ich bey Faretoff wie - £ derum auf den Deich , nachher durch den Dagobüller , 
und den neuen Christian - Albrechten - Kog bis an dm k 
WiedingharderDeich ; und von hier hinunter nachdem 5 
alten Christian - Albrechten Kog , wo ich bey dem dorti - f 
gen Inspektor Venzon , einem geschickten , auch des a 
Deichwesens kundigen Mann , eine sehr freundfchaft - l 
Uche Aufnahme fand . Ich reise freylich , um Sachen »i 
zu besehen , nicht um Menschen darüber sprechen zu hö> ^ 
ren . Aber das letztere ist mir zu dem erstem so wich« t 
tig , zuweilen so unentbehrlich , daß ich , um mich mit c 
einem kundigen und verstandigen Mann unterhalten \ 
zu können , einen Umweg von ein paar Meilen mich nicht verdrießen laste . Die meistenmale bin ich darin noch glücklich gewesen . Wo ich aber keine andere Menschen haben kann , da suche ich unter den gemeinen Leuten so lange herum , bis ich einen treffe , der an den Deichen gearbeitet hat , und die Umstände etwas kennt . Dergleichen trifft man überall an , aber man muß sich bey ihren Erzählungen in acht nehmen , zumal wo man viel Neubegierde schon hat blicken lassen . 
Herr Senzon führte mich den andern Tag zu dem Deichgräfen Herrn Feddersen , der sich hier als 
Deichgraf j
	        
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