Full text: Reisen in die Marschländer an der Nordsee zur Beobachtung des Deichbaus (Erster Band)

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Kaufgeld wird nemlich nicht baar ausgezahlt , son« dern bleibt auf gewisse Jahre in den Höfen stehen . Dieß erleichtert den Kauf , und reizt , verführt aber auch zu Unbedachtsamkeiten . Es ist manches Land viel zu theuer gekauft , was die Eigenthümer jeho fühlen . Das Ist eine Thorheit , aber wir haben andere Marschen , wo diese nicbt begangen wird , und wo man doch wünschen mögte , daß sie begangen würde , eigentlich , daß sich so viel Fleiß und Streben zum Anbau finden mögte , da - von daö Zutheuerkaufen eine zufällige Folge ist . In« dessen ist es doch auch zu wünschen , daß der hiesige Hang zum Eindeichen etwas gemäßigt , und noch mehr , daß er besser gelenkt werde . Auf einer Seite giebt man sein Geld unnütz aus , wenn man Land bedeicht , was nicht reif ist , oder wenn man es mit einer Deichs - linie umzieht , wobey manche Stücken Acker , durch die ihrentwegen gemachte Verlängerung des Deichs , mehr die Kosten vergrößern , als sie selbst werth sind . Auf der andern Seite will man an dem Deich selbst wieder sparen , wofür man in der Folge büßen muß . Sie ' finden hier Deiche , bey denen nicht die allermindeste Rücksicht aufdie weisen Erinnerungen des alten Brahms über die Deichslinie genommen ist . Man sollte den größten Raum mit dem kürzesten Umfang befassen , nicht Winkel und Ecken vom Lande mit eindeichen , wo die Verlängerung des Deichs , die man deswegen macht , mehr kostet , als der Werlh des Landes , das man dadurch gewinnt . Der alte Dagobüller Kog ist etwan iooo Ruthen lang und 200 breit . So eine länglich schmale Fläche mit einem mehr als drittehalb tausend Ruthen langen Deich zu umziehen , wovon jede Ruthe zu 60 Rthlr . zu rechnen ist , hat auf jede Qua - drar - Ruthe Landes drei ) viertheil Reichöthaler gemacht . Das ist sehr viel . Aber an andem Stellen sieht man 
noch
	        
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