Vier und zwanzigster Brief .
Die Schleusen bey Ruttebüll , und die Wasserleitung . Eine Bemerkung über den breiten Abhang des Lan - des nach der Westseite . Die Westküste von Jütland . Eindrangen der Dünen . Bernstein am Ufer .
Tondern .
Liebster Onkel .
u Ruttebüll ist die größte Wasserableitung , die wir in den Marschen unserö Landes haben . Es sind fünf Schleusen nahe bey einander , die alle ihr Wasser aus einem gemeinschaftlichen innern Sammel - plah empfangen , und in ein gemeinschaftliches Außen» fieth , was hier der Hafen ist , auslassen . Es kostet dennoch Mühe , Viesen Hafen in seiner Tiefe zu erhal» ten . Man leitet außerdieß noch Fluchwasser durch ihn über dem Watt her , und bey der Ebbe wiederum Was . ser durch ihn zurück . Das Watt sireckt sich sehr weit hinaus ; es liegt schon begrüntes Vorland draußen , und die Aufschlickung nimmt immer zu . Jetzo können noch sieben bis acht Fuß tief gehende Schisse bis an die Schleusen hinankommen .
Die größte dieser Schleusen ist noch neu , und eine Balkenschleuse , mit zwey paar Thüren , auch die beste unter denen , die ich biehero gesehen habe . Ich befuhr sie und fand sie allenthalben sehr musterhaft . Sie hat i aooo Rthlr . gekostet . An steinerne Schleu» fr» läßt sich in diesen Gegenden zur Zeit nicht denken . Man brennt zwar in den Tonderschen Marschen Ziegel» sieine , mehr als irgendwo in einer Marsch , so daß man auch häufig kleine Mirthschaftsgebäude massiv ge - mauert antrifft . Aber diese Steine sind aus dein Marschlehm gebacken , und taugen nicht im Wasser .
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