Sieben und zwanzigster Brief .
Vertiefung des Fahrwassers in der Schley . Galmsbüll . Friesisches Salz .
Schleswig .
Liebster Gnkel .
8V^on Tondern ging ich um einen Tag früher ab , als mein Vorsatz war , und durch Bredstedt in eins fort nach Schleswig . Ich werde mich'hier ein paar Tage aufhalten , und dann Muße genug haben , eins und andere , was in meinem Tagebuch unterstrich™ ist , ^shnen zu schreiben . Sie sollen dießmal etwas davon haben , ob ich gleich noch nicht weiß , wie viel , weil ich diesen Brief bald abschicken muß .
Ich habe hier den Hrn . Bürgermeister Aruyn " ) kennen gelernt , einen patriotischen Mann von Einsicht und Thätigkeit , und vielen wahren Verdiensten , dem mans gerne verzeihen kann , daß er in sein Vaterland etwas verliebt ist . Er hat eine Arbeit bey der Schley veranstaltet , die zu meinem Fach gehört . Die «schley ist ein Meerbusen , welcher bloß durch die einfallende Bache etwas von den Eigenschaften eines Flusses be - kommt . Das Wasser steigt und fällt indessen täglich , wie in allen Fiörden an der Ostsee , um Einem oder anderthalb Fuß , mehr oder minder . Ebbe und Fluth ist das nicht , oder doch nur dem geringsten Theil nach ; es hängt größtentheils von den Winden ab , und ist daher bey starken West - und Ostwinden sehr merklich . Genüge es ist ein gewisses Aus - und Einlaufen vom Wasser . Nun fanden sich Untiefen , welche die Fahrt
verhin»
* ) Nachher Etatsrath und Commereien - Intendant . Verfasser der Anfforverung zur Theilnchmvng an
den , Ranaihanvel . 1784 .