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%6 ) t und zwanzigster Brief .
Anhäufung deö Schlicks in den untern Theilen der Flüsse , und am Ufer der See . Folgen davon , änderung in den Grenzen der Fluth in den Flüssen . Anwachs der Marschen . Veränderung und Behar» rungsstaud unsers festen Landes an der Westseite .
Schleswig .
Liebster Onkel .
natürliche Geschichte unserer Erde ist Key mir eine alte Liebe . Ich kann mich nicht vieler Gunst - bezeugungen von ihr rühmen . Sie scheint überhaupt ihre Liebhaber gern mit Phantasien zu äffen , und das habe ich lange nicht mehr bey mir geschehen lassen mö - gen . Indessen besuche ich sie bey Gelegenheit doch gern , um nicht die alte Bekanntschaft ganz zu verlieh - ren . Sehen Sie , liebster Onkel ! den Werth ohnge - sehr , den ich auf die Aussichren setze , die sich mir in der Naturgeschichte unserer Marschen gezeigt haben , und die ich doch mittheilen will . Die , welche noch weiter hinausgehen , und sich allgemeiner über unsere ganze Halbinsel erstrecken , sind auch noch dunkler , nur daß sie sich ganz draußen am Horizont in einem hellen Strich zu endigen scheinen .
Der Schlick , oder die feine Tonerde , die ein un - terfcheidender Bestandthcil unserer Marschländer ist , hält sich meistens in den Mündungen der Flüsse auf , und in der See nahe am Ufer . Ich rechne diese dung , oder wenn Sie wollen , den untersten Theil der Flüsse , oben von dem Punct an , wo der Wechsel zwischen Fluth und Ebbe merklich wird , bis unten hin zu ihrer letzten Einmündung ins Meer . Nach jenem Punct rechnet man gewöhnlich in der Hydrometrie ,
und
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