obere Wasser muß herunter , wie vorher . Wo ein Bodensatz entsteht , und die Tiefe sich mindert , da schafft sich der Fluß selbst mehr Fall , und wird geschwinder , um durch Geschwindigkeit zu ersetzen , was ihm an Wajserhöhe abgeht .
Eine andere Folge ist diese , daß sich die Außen - deiche , die Watten und der Strand erweitern und er» höhen . Es ist also klar , daß , wenn man die einmal der See entrißne Marschen nur vertheidigen kann ; denn an einigen Stellen fordert das Wasser die ihm entrissene Beute zurück ; so werden immer fort neue entstehen . Bisher bestätigen die Beobachtungen den Satz , daß die Marschen , seitdem sie eingedeicht geive - sen sind , mehr zugenommen , als verlohren haben .
Wie dieß bestehen könne mit den Nachrichten von den großen Marschländern , die weiter hinaus in die See gelegen haben und verlohren sind ? Ich denke sehr wohl , und so gar , ohne daß man viel von der Erde dieser weggespühlten Länder auf dem Äoden des jetzi - gen Meers zu suchen habe . Da ist sonst Raum genug dafür . Es giebt im Meer hie und da Schlickgründe , und öfters noch den so genannten Stickgrund , obgleich an den meisten Stellen der Boden Sand ist . Die Inseln in dem offnen Meer , welche weggespühlt sind , können an jenen Stellen begraben seyn . Aber wahr - scheinlich liegen die meisten von unsern alten verlohrnen Marsches , und die in den neuern Zeiten weggespühlte Hallige an unserer Schleowigschen Küste , in der Nähe auf unferm Seestrand , mit Sande bedeckt , und zum Theil auf unsern Watten , die eigentlich nichts anders alö ein Strand sind , der bey jeder Ebbe vom Wasser bloß wird .
Ich sage das meiste . Denn zu leugnen ist es doch nicht , daß nicht ein Theil davon weiter ins Meer
hinein -