Object: Newspaper volume (1942, Bd. 2)

135. Jahrgang 
185. Jahrgang 
Aenösburger Sägeblatt 
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lung de« Bezugspreis»«- Für unverlangt eingehende Beiträge übernimmt die Schriftleitung keine Gewähr. 
Hauplniami Philipps 100. Luflsieg 
Berlin. 31. März. Hauptmann Philipp, 
Gruppenkommandeur in einem Jagdge 
schwader, errang am heutigen Tage seinen 
100. Lustsieg. 
Neichsmarschall G ö r i n g hat dem her 
vorragenden Jagdflieger ans diesem Anlatz 
folgendes Schreiben zukommen lassen: 
„Lieber Hauptmann Philipp! Ihr 100. 
Luftsieg erfüllt mich mit Stolz und Bewun 
derung. Zu dem hervorragenden Erfolg 
spreche ich Ihnen meine besondere Ayerken- 
nung aus. Möge Ihr heldenhafter Einsatz 
Panzerkampfwagen vernichtet oder beschä 
digt, vier Geschütze und eine Anzahl Ma 
schinengewehre wurden erbeutet. 
Die deutsche Lustwasfe war bei den Ab 
wehr- und Angriffskämpfen im mittleren 
Frontabschnitt zur Unterstützung der deut 
schen Infanterie wirkungsvoll eingesetzt. 
Deutsche Sturzkampfverbände griffen im 
fünfmaligen Einsatz bolschewistische Panzer 
ansammlungen und Truppenbereitstellun 
gen erfolgreich an. Sie vernichteten in einem 
befestigten Stützpunkt des Gegners fünf 
Panzer durch Volltreffer und beschädigten 
weitere schwer. Bei wiederholten Tief 
angriffen auf bolschewistische Feldstellungen 
und Artillerienester wurde eine Batterie 
zerstört und eine weitere außer Gefecht ge 
setzt. Ueber 60 motorisierte Fahrzeuge blie 
ben nach den Bombenangriffen auf den An 
marschwegen des Feindes liegen. Elf feind 
liche Flugzeuge wurden in diesem Front 
abschnitt von deutschen Jägern abgeschossen 
und bei Flugplatzbekämpfung wurden wei 
tere 13 Flugzeuge am Boden zerstört. 
Sowjeiischer öliWulM genommen 
Wie das Oberkommando der Wehrmacht 
mitteilt, griffen im Donezgebiet die Bolsche 
wisten in einem Abschnitt, der in der letz 
ten Zeit wiederholt Angriffsziel war, nach 
zweitägiger Pause am 30. 3. erneut an. 
Zwölf Angriffe, die zum Teil mit starker 
Artillerie- und Panzerunterstützung durch 
geführt wurden, brachen in erbitterten 
Kämpfen unter starken Berlusten für den 
Feind zusammen. 
Ostwärts Charkow griffen deutsche Trup 
pen am 29. 3. einen Stützpunkt des Feindes 
an, der wiederholt als Basis für Angriffe 
gegen die deutschen Stellungen gedient hatte. 
Der Feind wurde aus dem Stützpunkt her 
ausgeworfen. Als die Bolschewisten darauf 
hin versuchten, sich in einem weiter ostwärts 
gelegenen Waldgelände festzusetzen, säuber 
ten am 30. 3., wie der heutige Wehrmacht 
bericht meldete, unsere Truppen das Wald- 
gelände vom Feind und brachten dabei 
einige hundert Gefangene sowie zahlreiches 
Kriegsgerät als Beute ein, welches der 
Feind bei seinem eiligen Rückzug in dem 
Wald hatte zurücklassen müssen. 
Dieder 4 brMsche Jäger abgeschossen 
DNB. Berlin, 31. März. Deutsche 
Marineartillerie schoß am 30. 3. an der Ka- 
nalkiiste vier britische Jagdflugzeuge ab. 
Die abgeschossenen Flugzeuge stürzten bren 
nend ins Meer. 
kb. Lissabon, 1. April. 
Die neuesten Erfolge unserer U-Boote 
verschärfen die Transportkrise in den USA. 
und erhöhen insbesondere die Treibstoff- 
knappheit in den großen Städten der Ost 
küste. Um die wachsenden Schwierigkeiten 
in der Benzinversorgung Neuyorks, Bo 
stons und Philadelphias besser bekämpfen 
zu können, sollen nun in aller Eile Fabri 
ken zur Herstellung von synthetischem Ben 
zin errichtet werden (als ob sie aus dem 
Boden zu stampfen wären!). Roosevelt un 
terzeichnete ein Gesetz, das der militärischen 
Verwaltung das Recht einräumt, alle priva 
ten Besitzungen an Patenten, Fabriken und 
Maschinen 'für die kriegswichtige Produk 
tion zu beschlagnahmen. Dieses in allge 
meingültigen Ausdrücken gehaltene Gesetz 
richtet sich in erster Linie gegen das größte 
Industrieunternehmen der Welt, die Stan- 
dard-Oil-Gesellschast, die seit Jahren sämt 
liche Herstellungsrechte von Benzin erwor 
ben hat, sie aber nicht ausnutzte. In der 
vergangenen Woche kam es hierüber zu 
einer gerichtlichen Entscheidung,- die Gene 
ralstaatsanwaltschaft der USA. hatte gegen 
die Standard Oil ein Verfahren mit der 
Begründung eingeleitet, sie erstrebten ein 
Weltmonopol in der Versorgung mit Treib 
stoff und unterdrückten die Konkurrenz; 
USA. sich gegenwärtig vor einer sehr schwe 
ren Situation befände. Die Gesellschaft 
wurde ebenfalls angeklagt, die in ihrem 
Besitz befindlichen Patente zur Fabrikation 
synthetischen Gummis aus gewinnsüchtigen 
Gründen bisher unbenutzt gelassen zu ha 
ben. — Um nicht die ganze Schwere des 
noröamerikanischen Antritrustgesetzes auf 
sich zu ziehen, boten die Direktoren der 
Standard Oil beide Patente dem Staate an 
und kamen so mit einer Geldstrafe von je 
5000 Dollar davon. In der Gerichtsver 
handlung kam heraus, daß die nordameri- 
kauische Gesellschaft den Engländern bis 
heute die Ausnutzung des Patentes zur 
Herstellung von synthetischem Gummi ver 
weigert hat. Die Engländer, die ebenso wie 
die Nordamerikaner von ihren Gummi 
besitzungen in Malaia keinerlei Zufuhren 
mehr erhalten und nur geringe Vorräte 
besitzen, wollen nun ebenfalls so schnell wie 
möglich die Herstellung von synthetischem 
Gummi aufnehmen. Der USA.-Handels- 
minister Jones stellte einen Betrag von 
100 Millionen Dollar zur Verfügung, der 
für den Bau von Fabriken mit einer Ka 
pazität von 600 000 Tonnen jährlich ausge 
geben werden soll. Es wird jedoch nicht da 
mit gerechnet werden, daß vor Ende 1943 
die Produktion aufgenommen werden kann. 
von neuen Erfolgen gekrönt fein. 
„ gez. Göring, 
Neichsmarschall des Groszdeutschen Reiches 
und Oberbefehlshaber der Luftwaffe." 
Hauptmann Philipp, einer der weni- 
förderten Gruppenkommandeur als 8. Sol 
daten der deutschen Wehrmacht das Eichen 
laub mit Schwertern zum Ritterkreuz an 
läßlich seines 86. Luflsieges verliehen. Am 
heutigen Tage errang Hauptmann Philipp 
als einer der kühnsten und erfolgreichsten 
Wie das Oberkommando der Wehrmacht 
mitteilt, versuchten im mittleren Front 
abschnitt die Bolschewisten ihre am 29. März 
begonnenen Angriffe auch gestern gegen die 
Stellungen einer deutschen Panzerdivision 
fortzusetzen. Die unter Einsatz mehrerer 
Divisionen durchgeführten Angriffe wurden 
durch Panzer und schwere Artillerie unter 
stützt. Nach harten Kämpfen blieben die 
Vorstöße unter außergewöhnlich hohen Ver 
lusten für den Gegner im zusammengefaß 
ten Feuer aller Abwehrwaffen liegen. 
An anderer Stelle der mittleren Front 
griff der Feind am 30. März die Stellungen 
eines deutschen Korps auf einer Breite von 
17 Kilometer mit starken Kräften und zahl 
reichen Panzern an. Die Vorstöße waren 
von starkem Artilleriefeuer eingeleitet wor 
den. Während die feindliche Infanterie un 
ter hohen Verlusten abgeschlagen wurde. 
entspann sich ein erbitterter Kampf gegen 
einige Panzer, die in die deutsche Stellung 
einzudringen versuchten. Der Kampf endete 
mit der Vernichtung von 18 Panzern, von 
denen eine Infanteriedivision allein 16 ab. 
schoß. 
Weitere Panzerverluste hatten die Bol 
schewisten bei erfolgreichen deutschen An 
griffsunternehmungen im mittleren Front 
abschnitt, über die der heutige Wehrmacht- 
bericht bereits berichtete. Bei diesem Vor 
stoß warfen deutsche Panzer und Infanterie 
die Bolschewisten aus ihren Stellungen her 
aus und setzten sich in den Besitz mehrerer 
feindlicher Stützpunkte. Die Bolschewisten 
hatten sehr hohe Verluste. Es wurden bis 
her über 550.Gefallene gezählt und 120 Ge 
fangene eingebracht. Von den zum Gegen 
stoß angesetzten Panzern, die den deutschen 
Angriff aufzuhalten versuchten, wurden 10 
Berlin, 31. März. Der Befehlshaber der 
Unterseeboote, Admiral Dönitz, hat an 
die U-Boot-Waffe folgenden Tagesbefehl 
erlassen: 
„Kapitänleutnant Engelbert Endraß, 
Träger des Eichenlaubes zum Ritterkreuz 
des Eisernen Kreuzes, ist von Unterneh 
mung nicht zurückgekehrt. Ein hervorragen 
der U-Boot-Kommandant ist mit seiner 
braven Besatzung vor dem Feinde geblie 
ben. 
Als Wachoffizier Priens trat er in die 
sen Krieg. Bei dem kühnen Unternehmen 
gegen Seapa Flow ivar er nicht nur der 
-rorpedoschütze, er war der Waffengefährte 
seines Kommandanten, der mit ihm An 
griffsgeist und Siegeswillen gegen den 
Feind trug. 
Als Kommandant hat er auf vielen Un 
ternehmungen sein Können bewiesen. Stets 
im Angriff an den Brennpunkten des 
Kampfes, im harten Ringen mit Zerstörern, 
Bewachern und Flugzeugen, hat er durch 
kühles Wägen und entschlossenes Wagen 
zahlreiche Erfolge errungen. Im Kampf ge 
gen Geleitzüge, der härtesten Form des U- 
Boot-Krieges, hat er sich aufs höchste be 
währt. Im Kampf gegen einen sehr schwer 
gesicherten Geleitzug hat sich nach erfolg 
reichem Angriff sein Soldatcnleben voll 
endet. 
Ein zäher und harter Kämpfer, ein vor 
bildlicher Soldat, ein treuer, zuverlässiger 
Kamerad ist uns genommen. Doch über seine 
Eichenlaubträger Kapitänleutnant Engelbert Endratz zum Gedächtnis 
„. . . Bertil ist fort...?" Wir standen alle a 
"Aâî" schon bei einer glückli 
„Habt Ihr nichts mehr von ihm gehört?" Das Vorschiff mit 
"Ņein!" Decksplauken schiebt 
„Ich dachte es mir schon, als ich nichts Auf dem Turm leucl 
mehr nach seinem letzten Funkspruch hörte", die Versenkungszahl 
Er steht zum Fenster hinaus: „Ich habe BRT. Unter einem < 
ihn noch hinausgebracht, als er einige Tage beult und zersetzt t 
vor mir auslief. Wie schön, daß wir unsere unter. Der Sehrohrs 
letzte Werftliegezeit noch gemeinsam verlebt zwischen aber steht st 
haben. Schön war das!" tig, noch etwas blasse 
Es wird totenstill im Raum. Mandant, der als 15. 
Hier liebt man die großen Worte nicht, Wehrmacht vom Führ 
hrer gilt nur die Tat und der Mensch. Die zum Ritterkreuz ause 
männliche, soldatische Beherrschung ist hier Nun liegt über die 
Gesetz. tagebuch vor mir: . . 
Alle fühlen in diesen bedrückenden Stun- 11 Tage in See. Das ! 
den dasselbe. Es steigt heiß in uns hoch. zu Stunde schlechter c 
Unsere Gedanken jagen zu unserem Ka- überschüttet das Boot 
meradeu und Freund, der nun nicht mehr bis elf. Regenböen jmi 
in seiner herzlichen, aufrechten und beschei- kommt in'der Morg 
denen Art zu uns zurückkehrt. den Sommertages ei 
Wir stehen auf. Es ist ein Tanker. F 
„Er war einer der Besten von uns!" sagt ten gibt es jetzt nur e 
einer beim Hinausgehen. , Boot läßt sich kaum av 
Erinnerungen an unsere Begegnungen Der Tanker macht n 
tauchen auf. Ich sehe noch vor mir das Bild immer näher steffelt 
des Bootes, als es von seiner Eichenlaub- Die Jagd geht über u, 
fahrt zurückkehrte. Stunden ist es endliä 
Stützpunkt am Atlantik. 
Gerade heute hat das erste Boot festge 
macht, das aus seinem Operationsgebiet ar 
der amerikanischen Küste mit Erfolg zurück- 
gekehrt ist. 
Ueber die Stellung kommt der junge, 
ritterkreuzgeschmückte Kommandant. Hoch, 
chmal, bärtig, die Anspannung der letzten 
Wochen noch im Gesicht — doch froh, be 
herrscht und herzlich wie immer. 
Eine Stunde später sitzen wir mit ihm 
zusammen beim Flottillenchef. 
Die Amerika-Unternehmung ersteht noch 
einmal im Bericht mit kurzen Angaben, 
PW: 
Der offene Brief des indischen Nationa 
listenführers B o s e an Cripps ist den Eng 
ländern offensichtlich sehr auf die Nerven 
gegangen. Darum hat die britische Agitation 
Bose einfach sterben lassen. Nun hat ein 
unbekannter Sender eine Verlautbarung 
verbreitet, die diesen Schwindel dementiert 
und erklärt, daß Bose im Azad Hind Radio 
am Mittwoch wiederum zu seinen Lands 
leuten sprechen wird. 
Der britische Kreuzer „Naiad", der erst 
1910 in Dienst gestellt wurde, muß jetzt von 
der britischen Admiralität als versenkt ge 
meldet werden. 
Erklärungen auf der Karte. 
In einer kurzen Pause beugt sich aus 
dem Sessel der Erste Wachoffizier des Boo 
tes herüber und fragt leise: „Was ist mit 
Enöraß?" 
Ich höre die Frage einfach nicht. 
Mir gegenüber sitzt der zurückgekehrte 
Kommandant und rollt das Zeichenperga 
ment der Seekarte wieder zusammen. Ge 
rümpftes Licht fällt in den getäfelten Raum 
des ehemaligen französischen Klubhauses. 
Nun schaut er fragend, mit großen Augen 
herüber.
	        
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