Ein und dreyßigster Brief .
Ueber die Fortrückung der Dünen . Alter Zustand des Landes an der Westseite . Andrang der See aus Nordwest .
Schleswig .
Liebster Gnkel .
ir haben das merkwürdige Eraugniß , davon ich Ihnen schon mehrmalen geschrieben habe * ) , die allmählige Verftyung der Dünen von Nord« west zu Südost , was man als eine Reise dieser Sand - Hügel ansehen kann , die , so langsam sie auch geschieht , doch in jedem Jahr Eine oder anderthalb Ruthen sie weiter bringt . Daraus läßt sich viel folgern , wenn wir auf den alten Zustand de6 Landes zurückschließen . Aber waö für Vorsicht ist nicht nöthig bey solchen Rück» schlüjsen ? Wie lautet eigentlich die Beobachtung , was sagt sie und was sagt sie nicht ? Ein Fortschritt von anderthalb Ruthen jedes Jahr , macht in tausend Jahren drey Viertheilmeile , und wenn unsere Halb - jnsel nur 4000 - Jahr alt ist , tvv6 denn auch schon ein ziemlich hohes Alter ist , so hatten die Dünen anfangs um drey Meilen weiter hinaus zu Westen liegen müs« , fcn , als wo sie jeho sind . Vis so weit hinaus hat sich also auch daö Land in der Breite erstrecken können .
Noch mehrere solche Rechnungen über die schwindigkeit dieses Fortrückens gemacht , wie die ge von den Dünen bey Ording , die anderthalb Ruthen aufs Jahr gab , so kommen wir zu einer Uebereinstim« mung , die freylich , weil dabei ? die Charten von dem ten Nordfrieöland beym Dankwerch als zuverlässig
äuge«
* ) Brief 13 .