Full text: Reisen in die Marschländer an der Nordsee zur Beobachtung des Deichbaus (Erster Band)

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gut , wie diese , durch den Bodensah des Wassers ent« stehen können ; und eS ist nicht der geringst - Zweifel , daß sie nicht so entstanden sind . Man werfe die Au« gen auf die Charte von dem alten Nordfriesland , wel« cheS da gelegen hat . wo die Hallige jetzo liegen , und eS ist nicht der geringste Zweifel mehr , daß diese nicht Ueberreste von jenen sind . Wenn sie Sandjnseln wä« ren , so würden sie längstens herunter geschlagen seyn , da das Wasser sie frey umfaßt . Ihr zäher Tongrund hat sie bis jetzo erhalten , aber sie nehmen zu West und Nordwest auch jährlich ab . 
Anstatt , daß die Höhe dieser Hallige uns auf die Spur leiten sollte zu der bekannten Hypothes , daß mals die Fläche der See gegen das feste Land höher gewesen sey , als jetzo , führt sie vielmehr auf einen Schluß , der dagegen ist . Es ist klar , das alte Nord« friesland hat nicht höher aus der See hervorgestanden , als die Hallige jetzo hervorstehen ; und eben so hoch sind unsere in den neuern Zeiten aufgeschlickce Außen - deiche noch gegen die See . Jene müßten viel höher seyn , als diese , wenn die Erniedrigung des Meers in fünf bis sechshundert Iahren erheblich gewesen wäre " ) . 
Wenn 
• ) Diefi und das übrige Raisonnement in diesen letzten Briefen , über die natürliche Geschichte unserer Halb - insel , paßt ganz und gar ju der Vorstellung de6 Herrn DelKc in seinen Briefen über die Geschichte der Erde . Was bey ihm eine Hypothes ist , in so ferne er solches auf das gesammte feste Land der Erde ausdehnt , scheint mir , in Hinsicht eines besondern Theils , bloß Raisonnement zu sey» aus Wirklichkeiten . Das feste Land soll durch eine , nicht so gar alte , Revolution trocken geworden seyn ; nach dieser aber die Wasser - fläche ohne merkliche Veränderung so geblieben seyn , wie sie damals geworden ist , so wie auch , bis auf kleine Veränderungen , die Grenzen des Meers . Mich 
deucht ,
	        
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