Full text: Reisen in die Marschländer an der Nordsee zur Beobachtung des Deichbaus (Erster Band)

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genauer ansieht , so ist nicht zu erwarten , daß eine Marsch zu mehr als fünf bis sechs Fuß über die gewöhnliche Fluth durch den Schlamm des Meers gebracht werde» Oder das mindeste zu fagen , es ist nicht glaublich , daß große breite Außenländer jemals dadurch eine größere Höhe wirklich sollten erhalten haben . Finthen , die bis dahin reichen , eraugnen sich nur im Jahr ein . biS zweymal , und können dann , weil sie nur eben über die so hohen Flächen gehen , auch nur wenig oder gar kei« nen Schlick darauf niedersetzen . Die noch höhern Fluchen , welche drey bis vier Fuß darüber laufen , mo * gen , nach Vrahms Bemerkung , etwan alle vier bis fünfIahre einmal vorkommen . Und eine solche Fluth würde nur ein paar Linien hoch Schlick geben . Da ist also eine Grenze in der Höhe . Wenn das Land diese erreichet hat , so steht das Aufschlicken so zu sagen siill , oder geht so langsam weiter , daß sich nicht mehr auf das fernere Erhöhen desselben warten läßt . 
Indessen kann dieß doch an sich noch fortgehen in den seltenen höhern Flutheil . Jede derselben über« ziehr das Außenland mit einer Lage von Schlick , und dieser kann alsdenn um desto mehr fallen , weil die Fla« che mit Gras und Kräutern überzogen ist denn dadurch wird das Schlickwasser in der Nähe der Fläche mehr zur Ruhe gebracht . Es giebt eine Methode , die Auf« schlickung eineö Außenlandes zu befördern , »venu man 
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deckung . im Südmeer . 4 . B . der Forsterschen Ueber« setzung . S . iZ2 . ) Die Idee von Beständigkeit , von gänzlicher Unveränderlichkeit , ist freylich der Analogie der Natur nicht gemäß , fast nirgends , und auch nicht in dem Vechaltniß des Wasserstandes zu dem Lande - Aber selbst die Veränderung ist so lange vor uns Be« siandigkeit , und muß es seyn , bis der Sinn sie zeigt , oder doch bis die Vernunft in und aus den Beobach« Clingen sie wahrnimmt .
	        
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