Full text: Reisen in die Marschländer an der Nordsee zur Beobachtung des Deichbaus (Erster Band)

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nommen , das meiste gethan , nemlich in Vergleichung mit dem , was in unfern Herzogthümern zu thun und gethan ist , denn weiter will ich das nicht ausdehnen . Hier ist auch vielleicht das klügste gemacht , was bey uns gemacht ist , aber sicher auch das thörigste . Noch ist alles in diesem Puncr in Verwirrung . Selbst ra - then kann man sich in hydrotechnischen Sachen nicht , und weiß auch nicht einmal , wessen Rath man folgen soll . Es geht sonderbar her . Man hatte auf Hun - ricbö Rath Höster zur Erhaltung des Vorlandes schla - gen lassen , mit großen Kosten . Nun will man von diesem Plan ganz abgehen , und die Höfler ausreißen lassen . Dazu streitet man und processirt . Ich glaube , für dos Geld , was so ganz unnütz , so gar zweckwidrig ausgegeben ist , und ausgegeben wird , hatte sich , wenn nicht alles , doch das meiste machen lassen , was die tüchtigste Vertheidigung des Landes gegen das Wasser erfordert . Denn wahrlich , es ist nicht die Natur , es ist nicht die Elbe , ob sie gleich stark angreift ; es ist die Unwissenheit , es ist das Interesse , zum Theil auch ein klcinländlicher Eigensinn , , was dem jande so kostbar wird . Ich hoffe indessen , das Ende der Verwirrung sey nahe , eben weil die Gahrung jetzo so stark ist . Es giebt viel herrlichen Menschenverstand , und so gar wah - re Aufklarung unter denen , die in den Sachen Em» fiuß haben« Waö ich nur befürchte , ist , daß man sich durch die vorhergegangenen unnützen Ausgaben , die noch nicht aufhören , schwache , und dann , wenn es endlich zu einem vernünftigen Plan im Wasserbau ge - kommen ist , die Ausführung desselben zu schwer feyn , oder doch zu fehr drücken werde . Denn die Elbe geht ihren Gang fort , nagt immer mehr an dem Ufer , greift tiefer ein , und kehrt sich weder an das Zanken , noch an das Stöhnen ihrer Anwohner . Man muß sie netz» 
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