Full text: Reisen in die Marschländer an der Nordsee zur Beobachtung des Deichbaus (Erster Band)

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kannte , daß er doch nicht verstanden , oder doch nicht recht genossen war . Wiederum ein Beweis , daß man an Sachen , die für die Empfindung und Phantasie gehören , noch weniger Geschmack habe , als an solchen , welche die Ucbcrlegung des Verstandes beschäftigen * ) . Noch eins kann ich anführen , das ist , die geschickten iandschulmeister in dieser Landschaft . Ich habe ver« fchiedne von ihnen kennen gelernt , außer dem auch durch Schriften bekannten 0ffermann in Meldorf , welches geschickte pracrifche Feldmesser waren , und Wolfs fangsgründe durchstudirt hatten . Ich vermuthe dar - aus , daß alich das gemeineVolkgut unterrichtet werde» Zum Bücherlefcn hat dieß keine Zeit , als allenfalls zu feinen Morgen - und Abendsegen , lind am Sonntage Zu seiner Hauspostille . Sie begreifen doch hieraus , wie es unserm l^iebuhr in Meldorf fo gefallen könne , daß er sich völlig darauf einrichtet , sein jeden daselbst ju beschließen . Denken Sie ja nicht , baß er sich hier als einen Exilirten ansehe , oder anzusehen Ursache habe . Unter solchen Mensche» in solchem Lande läßt sich ganz wohl leben . 
Ich schreibe bald wieder . 
* ) Der jetzige Landvogt , Herr Instizrath Boie , der die Lectüre dorten zu befördern gesucht hat , versichert mich das nemliche . Er veranlasste , daß ein Buchla - den nach Meldorf hinkam , aber der hat sich doch nicht halten können . i 
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