Full text: Reisen in die Marschländer an der Nordsee zur Beobachtung des Deichbaus (Erster Band)

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Hörsten Fluchen noch nicht beschützt waren . Sie ren doch die meisten Jahre gedeckt , und dann hatten sie lhre Hügel , worauf sie sich bey den höhern Fluchen mit chrem Vieh hinzogen ; daß doch nicht alles ertrinken durfte . Aber wie konnten sieö machen zu der Zeit , als sie noch gar nicht deichten , als so gar fast in jedem Sommer einmal das Seewasser über ihr Land lief ? Freyljch war eine Viehzucht nicht ganz unmöglich , weil sie ihre Werften hatten , - auf denen sie Tränkplatze und ZufluchtSörter haben konnten . Es kam der wich - k>ge Umstand hinzu , daß Friesland zwischen durch viel hohes Sandland hatte . Aber bey der kümmerlichen Art , das Vieh zu erhalten , konnten auch die Friesen weder viel Vieh halten , noch viel Korn bauen , so lange sie noch gar keine Deiche hatten . 
Die Lage der Außendeiche macht noch mehr Un« terschied . An den Flüssen , wo das Wasser süß ist , kommen auch Gesträuche und Bäume auf dem Außen - lande fort . Das Vieh fand überall seine Tränke ; es kam nur auf eine hohe Stelle an , wo es sich bey den Fluchen retten konnte . Auch konnten Sommerfrüchte gebaut werden , obgleich noch immer die Erndte höchst Unsicher war . Unter den Seemarschen waren diejeni« 3en , welche nahe an der Geest wohnten , noch nicht so Übel daran , als die entfernteren . Menschen und Vieh 
O 3 konnten 
Was übrigens die Frage betrifft , ob es nicht bes» ser gewesen fcy für die Marschbewohncr , wenn si« niemals ihr Land mit Deichen angeschlossen , sondern der Natur selbst es überlassen hätten , ihren Boden bis zu derHckhe aufz«schlammen , die sie auch ohne Deiche gegen die höchsten Fluchen gesichert haben würden ? eine Frage , die auch Herr Delüc bejaht hat ; so habe ich sciwi» anderswo darüber etwas gesagt . ( Man sehe Schleswig - Hallst , ^rovinzialberichte . 1787 . 6tes Heft . S . 646 . u> f . )
	        
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