Full text: Reisen in die Marschländer an der Nordsee zur Beobachtung des Deichbaus (Erster Band)

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big trinke und viel davon gebrauche , so äußert es Wir» kungen , die , so heilsam sie sonst seyn mögen , mir doch auf der Reise nicht gelegen sind . Vielleicht gewöhne ich mich mehr daran . 
Doch solche persönliche Kleinigkeiten , die der Reisende am meisten empfindet , will der Abwesende am wenigsten wissen . Ich wünschte , Ihnen recht viele interessante Bemerkungen schreiben zu können , aus die der hiesige Deich - und Wasserbau geführt hätte . Aber da muß ich gestehen , von dieser Seite ist meine Tour nicht sehr fruchtbar gewesen . Einrichtungen und Werke , die zur Nachahmung in der hydrotechnischen Praxis aufzustellen waren , sucht man hier vergebens . Im Deichbau ist man ungemein zurück . Zum Glück ist an den meisten Stellen zur Nothdurft für die cherheit des Landes gesorgt . Nur zur Nothdurft und nicht ohn Ausnahme allenthalben . Ich schätze diese Sicherheit nemlich darnach , wie weit man im Stande sey , eine Sturmfluth auszuhalten , bey der das Was» ser zwölf bis dreyzehn Fuß hoch über die gewöhnliche Höhe steigt , die hinzukommende Wellenerhöhung un» gerechnet . Bis dahin nemlich sind die höchsten Finthen in unfern Gewässern , wovon man Nachrichten hak , nur gegangen , einige einzelne Stellen vielleicht ausge - nommen , wo das Wasser in einer Bucht vom Winde gepreßt noch etwas höher gestiegen seyn mag . Auf jene Fluthhöhe muß man rechnen , wenn man sicher gehen will , und den Maaßstab lieber ein wenig zu groß als zu klein annehmen . Im freyen Meer steigt sonst bekanntlich die Fluch nicht so hoch , als an den Deichen am Ufer , wo das Wasser anfgestauet wird . Der Un» terschied kann auf fünf bis sechs Fnß betragen . 
Mit dem Canalwcsen , um das Wasser aus dem jande abzuleiten , dieser zwoten großen Angelegenheit in den Marschen , sieht eö hier fast noch schlechter aus . 
Doch
	        
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