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Bauchdecken und vor dem parietalen Bauchfelle
zu stände (Streubel).
Veranlasst oder wenigstens begünstigt wird diese
Ablösung des Bruchsackhalses an dem inneren Leisten-
resp. Schenkelringe und die seitliche Ausstülpung
der Bruchsackwandung hinter der Fascia transversa:
1. durch narbige Verengerung des Ostium abdominale
des Bruchsackes (Streubel), wodurch der Rücktritt des
Bauchinhalts in die Bruchhöhle erschwert wird;
2. durch oft wiederholte und unzweckmässige Taxis
versuche von Seiten des Patienten (Streubel);
3. durch das Tragen schlecht construierter Bruchbänder
(Streubel), welche um den äusseren Leistenring, nicht
aber auch den ganzen Leistenkanal durch Druck der
Pelotte verschliessen;
4. durch Bildungshemmung bei dem Descensus testi-
culi, derzufolge der Hoden am inneren Leistenringe
oder im Leistenkanal liegen bleibt und die Bruch-
contenta, nach dem sie in den offenen Recessus
vaginalis eingetreten sind, am Herabsteigen in das
Scrotum gehindert werden (Streubel) ;
5. durch jegliches andere Moment, welches den äusseren
Leistenring verengt, verschliesst oder absperrt, während
der Zugang zu dem inneren Leistenkanal offen bleibt
(Mosetig);
6. durch inneren Zug von Seiten des Netzes, wenn
Letzteres mit demBruchsackhalse verwachsen ist(Janzer).
B. Der Saccus ingunialis resp. cruralis entwickelt sich
zuerst; bei einem Taxisversuche wird der ganze Bruch
sack durch die Bruchpforte hindurch und zwischen
Fascia transversa und Peritoneum hineingedrängt
.und bleibt an dieser Stelle liegen, während unter dem
späteren Andrang der Baucheingeweide das Bauchfell
hinter der Bruchpforte auf’s Neue zum Bruchsack
ausgestülpt wird (Tessier).
C. Der Saccus praeperitonealis ist zuerst vorhanden,
ein grösseres oder kleineres Diverticel des peritonealen
Bauchfells in der Gegend des Leisten- oder Schenkel