Full text: Reisen in die Marschländer an der Nordsee zur Beobachtung des Deichbaus (Erster Band)

Man hat darüber gestritten , ob der Fluthstrom «der der Elbstrom in dieser Gegend der st ärkste fey ? Man wollte darnach die Lage der Höfter bestimmt ha - öen . WaS die Starke des Stroms , das ist , die schwindigkeit betrifft , so halte ichs für entschieden , daß der Elbstrom am stärksten sey ; und dieß nicht sowohl aus Gründen aus der Natur der Sache , sondern aus unmittelbarer Beobachtung . Aber man kann Wir« kung ? n des Wellenschlags von Westen her , woher auch die Fluch kommt , mit den Wirkungen des Fluthstromö , des laufenden Wassers , verwechseln . Es liegt an dem Hiesigen Ufer , oben auf dem Watt , ein Haufe kleiner b>6 zu Graus zerfchlagner Backsteine , die , wie man fa<Jt , wie es auch wahrscheinlich ist , von dem alten von der Elbe verschlungnen Brunsbüttel durch das Wasser wiederum ans Land geworfen sind . Dieser Steingrauö ist allmahlig von unten des Flusses etwas weiter ob - wärtö versetzt woiden , das ist , nach der Richtung der Fluch . Dieß sollte der Beweis seyn von dem Ueber - gewicht desFluthsiroms . Ich kann hier nichts finden , als eine Wirkung der Wellen . 
Die Wellenbewegung habe ich selbst , in ben Stunde bey einerley Wind und Wetter , unterhalb Brunsbüttel merklich stärker gefunden , als oberhalb . He weiter in dem Strom hinauf , desto schwächer wird sicher , wenn die übrigen Umstände gleich sind . Doch scheint bis an die Störe hinauf für die Praxis im 
Wajserban 
hever Deichen in Cyderstedt , daß sie nur nothdürftiz die Fluch von 1756 . ausgehalten haben , und aller Wahrscheinlichkeit nach sind sie von 10 Fuß hohen Wel» len nicht angegriffen worden . In der Theorie vom Wcl« lenschlag ist die feinste Mathematik bis jetzt noch nicht «seit über die ersten Anfangsgründe hinaus . Das ist eine schlimme Lücke in der theoretischen Hydrotechnik .
	        
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