Full text: Reisen in die Marschländer an der Nordsee zur Beobachtung des Deichbaus (Erster Band)

Doch ist man schon darauf bedacht , dem Uebel zu helfen * ) . Ich habe viel Zutrauen zu der Einsicht und Thatigkeit des jetzigen Landvogts . Aber natürlich ist es , daß in einem sehr mit Schulden belasteten Lande , alles das nur langsam gehen kann und gehen muß , was Verbesserung ist . 
Wie gesagt , Sie haben nicht viel interessantes von hieraus zu erwarten . Indessen was ich in nem Tagebuch aufgezeichnet habe , und der Mühe werch finde , es noch einmal zu schreiben , sollen Sie zu lesen bekommen , wenn Sie wollen . Es sind inländische Sachen . Die brauchen auch eben kein vorzügliches und allgemeines Interesse zu haben , um Sie zu unter« halten . Dießmal nun von unserer Deichschau . 
Die Deichschau hat in allen'Marschen einerley Zweck , und ist auch wohl allenthalben , dem wesenlli - chen nach , auf einerley Art eingerichtet . Sie ist eine Revue der Vestungswerke gegen das Wasser , und hört eigentlich zu der Polizey des Deichwesenö . ^ Man hat mit einem Feind zu thun , der keine Verträge ein» geht , und oft unversehens auf einmal mit seiner zen Macht uns auf den Hals kommt . Man muß also alle Jahr , wenigstens im Herbst , gefaßt seyn , ihn zu empfangen . Das ist eben der beschwerliche Umstand im Dcichwesen . Alle Deiche und Schleu» sen müssen jedes Jahr in völlig haltbarem Stande seyn ; und sie müssen eö alle seyn , und an allen Stellen , weil nur Eine Stelle zu schwach seyn darf , um die Starke der übrigen unnütz zu machen . Daher ist eme so wachsame , ' genaue und scharfe Aufsicht nothlg , Jede Beschädigung , hängt nemlich davon die Sicher - 
A 3 heit 
* ) Dieß war 1779 . Es ist viel nützliches nachher ge - 
schehcn .
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.